Verkehr

Potsdamer Nuthestraße wird zur Staufalle

An der wichtigen Autotrasse nach Berlin beginnen Bauarbeiten. Sie sollen bis Oktober 2022 dauern. Das hat seine Gründe.

Bereits in der Vergangenheit wie hier 2015 musste die Nuthestraße in Potsdam für Sanierungsarbeiten gesperrt werden.

Bereits in der Vergangenheit wie hier 2015 musste die Nuthestraße in Potsdam für Sanierungsarbeiten gesperrt werden.

Foto: Ralf Hirschberger / picture alliance / dpa

Potsdam. Schon an normalen Tagen ist die Potsdamer Nuthestraße für viele Autofahrer eher eine Langsam- statt die vielfach zitierte Schnellstraße. Doch nun droht die wichtige Verbindung nach Berlin über Jahre hinweg endgültig zur Stau­falle zu werden. Am Montag haben an der Straße umfangreiche Brückenbauarbeiten begonnen.

Der für das Großprojekt zuständige Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LSB) bat bereits vorab alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit sowie um Verständnis für die Beeinträchtigungen während der langen Bauzeit. Denn als den voraussichtlichen Fertigstellungstermin für das rund 30 Millionen Euro teure Gesamtvorhaben benannte der Landesbetrieb erst den Oktober 2022.

Mehr als 80.000 Autofahrer nutzen die Nuthestraße jeden Tag

Die Nuthestraße, von vielen Potsdamern auch als Nuthe-Schnellstraße bezeichnet, ist eine der Hauptverkehrsadern der Stadt und zudem ein Teil der Landesstraße 40 (L 40), die nach Schönefeld führt. Die Straße wird täglich von mehr als 80.000 Autos befahren. Sie verbindet die Potsdamer Innenstadt auf direktem Weg mit den einwohnerstarken Neubaugebieten am Stadtrand und über die Stadtautobahn auch mit Berlin.

Der Landesbetrieb Straßenwesen plant bis Herbst 2022 die zweiteilige Hochstraßenbrücke über die Friedrich-List-, Johannsen- und Friedrich-Engels-Straße sowie über die Bahngleise abzureißen und anschließend neu aufzubauen. Auch die gleichfalls sanierungsbedürftige Brücke, die über den Neuendorfer Anger führt, muss laut LSB erneuert werden.

Drei Wochen lang auf der Nuthestraße nur ein Fahrstreifen pro Richtung

Am Montagvormittag haben die Vorbereitungen dafür begonnen. Zunächst sollen drei sogenannte Mittelstreifenüberfahrten errichtet werden. Diese ermöglichen es, dass Autofahrer unkompliziert auf die jeweils andere Seite der Straße wechseln können.

Diese Wechsel sind für die Verkehrsführung während der langen Brückenbauarbeiten notwendig. Um die Mittelstreifenüberführungen überhaupt bauen zu können, steht den Autofahrern in den kommenden drei Wochen auf der Nuthestraße nur ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung.

Der Verkehr stadtauswärts wird hinter der Hochstraßenbrücke über die bereits bei der Dammsanierung genutzte Behelfsrampe geführt. Der Verkehr stadteinwärts wird einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. In der Zeit bis zum 22. November erfolgen laut Landesbetrieb Straßenwesen auch Leitungsarbeiten im Bereich der Stützen der Brücke über den Neuendorfer Anger. Die Zufahrt vom Neuendorfer Anger zur L40 ist dann nicht möglich.

Erster Brückenabbruch auf der Nuthestraße im Februar 2020

Ab Ende November bis Ende Januar 2020 kann auf der Nuthestraße dann ein zweiter Fahrstreifen pro Richtung benutzt werden – jedoch nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit, wie es vom Landesbetrieb heißt. Genaue Aussagen zu dem dann vorgesehenen Tempolimit machte er aber noch nicht.

Ab Anfang Februar 2020 beginnt laut LSB der Brückenabbruch der westlichen, stadtauswärts führenden Hochstraßenbrücke. Der Verkehr wird dann mit jeweils einer Fahrspur pro Richtung über die östliche Hochstraßenbrücke geführt.

Diese Bauphase dauert etwa 15 Monate und wird mit der Inbetriebnahme der neuen westlichen Brücken (Hochstraßenbrücke und Brücke über den Neuendorfer Anger) abgeschlossen. Danach beginnt der Abbruch und Neubau der östlichen Brücken. Die Fertigstellung des Gesamtbauvorhabens ist demnach im Oktober 2022 geplant.

Nuthestraße ist auch direkte Auffahrt zur Berliner Stadtautobahn

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg hat den Auftrag für das Großprojekt an eine Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Firmen Züblin AG und Strabag erteilt. Die Finanzierung der Baumaßnahme mit einem Gesamtvolumen von etwa 30 Millionen Euro erfolgt laut LSB aus den Mitteln für den Bau von Landesstraßen.

Die noch zu DDR-Zeiten stückweise zur kreuzungsfreien Schnellstraße ausgebaute L40 beginnt in der Berliner Straße mit der Humboldt-Brücke, verläuft zu einem großen Teil parallel zur Nuthe und endet kurz hinter der Autobahn 115 am Güterfelder Kreuz, das auch als Güterfelder Eck bekannt ist.

Dabei verbindet die Straße die Innenstadt mit den Stadtteilen Zentrum Ost, Babelsberg sowie ab Ende der 70er-Jahre errichteten Neubaugebiete Schlaatz, Drewitz und Stern-Drewitz-Kirchsteigfeld. Die Straße ermöglicht zudem eine direkte Auffahrt zur Berliner Stadtautobahn.

Bereits in den vergangenen Jahren musste die vierspurig Schnellstraße mehrfach für umfangreiche Sanierungsarbeiten oft wochenlang ganz oder teilweise gesperrt werden.