Potsdam

Unfall auf Oktoberfest: Ermittlungen gegen Mitarbeiterin

Beim Potsdamer Oktoberfest ist eine 29-Jährige von einem Fahrgeschäft gestürzt und gestorben. Die Ermittlungen dauern an.

Einsatzkräfte der Polizei nach dem tödlichen Unglück beim "Potsdamer Oktoberfest" am Sonntag. Gegen eine Mitarbeiterin des Fahrgeschäfts "Playball" wird nun ermittelt.

Einsatzkräfte der Polizei nach dem tödlichen Unglück beim "Potsdamer Oktoberfest" am Sonntag. Gegen eine Mitarbeiterin des Fahrgeschäfts "Playball" wird nun ermittelt.

Foto: Morris Pudwell

Potsdam. Nach dem tödlichen Unglück auf einem Karussell des „Potsdamer Oktoberfestes“ prüft die Staatsanwaltschaft mögliche Fehler bei der Bedienung des Fahrgeschäftes. Es werde gegen eine Mitarbeiterin ermittelt, die das Schaltpult bedient habe, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag.

Am Sonntag war eine 29 Jahre alte Beschäftigte des Fahrgeschäfts namens „Playball“ mehrere Meter in die Tiefe gestürzt. Sie stand auf einer Plattform mit Gondeln, die sich drehte. Durch einen Bügel sind die Fahrgäste in den Gondeln vor dem Hinausfallen gesichert. Der genaue Ablauf des Vorfalls sei noch unklar, sagte die Sprecherin. Das Fahrgeschäft bleibe zunächst weiter geschlossen.

Die Ermittler hatten zunächst ein Verfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Auch das Amt für Arbeitsschutz wurde laut Polizei hinzugezogen.

Seit Montagnachmittag ist das Fest wieder geöffnet. Das Oktoberfest hatte am Freitag begonnen, es soll bis Sonntag, 20. Oktober, dauern. Auf dem Areal gibt es mehrere Fahrgeschäfte, ein Riesenrad und ein großes Festzelt.

Tödlicher Unfall auf dem Potsdamer Oktoberfest - der Fall in Kürze:

  • Am Sonntag, 29. September, ist eine 29-Jährige auf dem Oktoberfest in Potsdam tödlich verunglückt.
  • Die Mitarbeiterin des Fahrgeschäfts "Playball" stand auf der Plattform mit Gondeln, als sie von dem Karussell etwa sechs Meter weit weggeschleudert wurde.
  • Die Polizei ermittelt gegen eine Mitarbeiterin, die das Schaltpult bedient hat.
  • Das Potsdamer Oktoberfest wurde am Sonntag unterbrochen, seit Montagnachmittag wird es fortgesetzt. Es dauert noch bis Sonnabend.
  • Mehrere Minderjährige wurde Zeugen des tödlichen Unfalls. Sie wurden vor Ort von Seelsorgern betreut.

Die Frau, eine Mitarbeiterin des „Playball“-Betreibers, hat laut Polizei auf der Plattform gestanden. Sie wurde Berichten von Augenzeugen zufolge von dem Fahrgeschäft etwa sechs Meter weit weggeschleudert. Ein zufällig anwesender Arzt versuchte noch, die Verunglückte zu retten. Trotz der eingeleiteten Reanimationsversuche sei die junge Frau, die laut Polizei aus Rumänien stammt, noch auf dem Festgelände ihren schweren Verletzungen erlegen. Seelsorger hätten sich anschließend um mehrere Menschen gekümmert. Unter den Zuschauern sollen auch mehrere Minderjährige gewesen sein. Das Veranstaltungsgelände wurde von der Polizei gegen 19 Uhr geschlossen.

Das Fest hatte am vergangenen Freitag im Pots­damer Lustgarten begonnen. Der Veranstalter bezeichnet das Fest als das „größte Oktoberfest der Region“. Veranstalter des Festes ist die Brandenburgische Schaustellerverband Veranstaltungsgesellschaft mbH. Alleingesellschafter ist der brandenburgische Schaustellerverband mit Sitz in Potsdam. Verbandschef Thomas Müller stand am Montagnachmittag noch hörbar unter Schock. „Man hofft immer, vor Unfällen gefeit zu sein, und dann passiert doch etwas“, sagte er der Berliner Morgenpost.

Dieses Video zeigt das Fahrgeschäft "Playball" im Betrieb

Fahrgeschäft "Playball"

Oktoberfest in Potsdam: Mehr als 30 Schausteller sind bei dem Fest dabei

Es sei das erste Mal in der rund 20-jährigen Geschichte des Festes, dass es zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen sei. Seinen Angaben zufolge haben auf dem Gelände mehr als 30 Schausteller ihre Fahrgeschäfte aufgebaut. Sie würden allesamt aus Deutschland stammen.

Auch das „Playball“, das regelmäßig auch auf Berliner Festen aufgebaut wird, sei in der der Region ansässig. Müller betont, dass Fahrgeschäfte aus Deutschland höchste Sicherheitsstandards erfüllen müssten. Dies werde auch regelmäßig vom TÜV und anderen Institutionen kontrolliert.

Das Oktoberfest soll laut Veranstaltern wie geplant bis zum 20. Oktober fortgesetzt werden. Verbandschef Müller hofft, dass trotz des tödlichen Zwischenfalls „nun bald wieder einigermaßen Normalität einziehen kann“. mit dpa