Landtagswahl

Mit Bruce Willis für die Brandenburger CDU in den Wahlkampf

Die deutsche Synchronstimme des Hollywoodstars wirbt ab Montag im Radiospot der Brandenburger CDU für Spitzenkandidat Ingo Senftleben.

Die Brandenburger CDU wirbt natürlich mit ihrem Spitzenkandidaten Ingo Senftleben

Die Brandenburger CDU wirbt natürlich mit ihrem Spitzenkandidaten Ingo Senftleben

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Potsdam. Bruce Willis soll es richten – und der CDU in Brandenburg eine Woche vor den Landtagswahlen Wählerstimmen bescheren. Nein, gemeint ist nicht wirklich der Hollywood-Action-Star, sondern seine markante deutsche Stimme, die Stimme des Synchronsprechers Manfred Lehmann. Denn dieser wird ab Montag in Radiospots für Spitzenkandidat Ingo Senftleben werben und zu seiner Wahl aufrufen.

„Leute!“, ruft die aus zahlreichen Filmen bekannte Stimme energisch aus dem Radio. „Nach 30 Jahren SPD haben wir viel zu wenig Polizei, Ärzte, Lehrer, Züge, einen miesen Handyempfang. Das könnt ihr ändern.“ Was klingt wie Bruce Willis in den „Stirb-langsam“-Filmen, ist lediglich Lehmanns Stimme. Mit der CDU gebe es einen echten Wechsel in Brandenburg, schallt es aus dem Radio weiter. Und dann: „Habt ihr das?!“ – in strengem Ton wendet sich der falsche Actionheld an die Hörer und befiehlt: „Am 1. September Ingo Senftleben und die CDU wählen!“ Mit diesen Worten endet der Werbespot nach rund 20 Sekunden.

Ab dem kommenden Montag werde der Spot die ganze Woche lang bis zur Wahl im privaten Rundfunk, unter anderem beim BB Radio und bei 104.6 RTL, ausgestrahlt, sagt CDU-Landesgeschäftsführer Gordon Hoffmann. Er freut sich, dass man Manfred Lehmann mit seiner sehr markanten Stimme für das Projekt zur Landtagswahl habe gewinnen können: „Die Stimme transportiert Bilder im Kopf von einem, der Klartext spricht – das passt zu Ingo Senftleben.“ Ziel sei es, mit dem Werbespot Leute zu mobilisieren und zum Wählen aufzurufen.

Normalerweise spricht Lehmann nicht für Parteien

Den Kontakt zu Lehmann habe CDU-Bundestagsmitglied Sebastian Steineke hergestellt. Normalerweise spreche er nicht für Parteien, sagt Synchronsprecher Manfred Lehmann (74) zu seinem Einsatz für die brandenburgischen Christdemokraten. „Aber ich wünsche Brandenburg, dass da demokratische Kräfte ran kommen.“ Der in Berlin wohnende Lehmann lieh nicht nur Bruce Willis, Kurt Russell und Gérard Depardieu in zahlreichen Filmen wie „Stirb Langsam“, „Pulp Fiction“ oder „Asterix und Obelix“ seine Stimme, sondern ist auch selbst Schauspieler. Er spielte unter anderem in Tatort-Folgen, Fernsehserien wie „Ein Fall für Zwei“ und Filmen mit. Bekannt ist er außerdem aus Werbespots in Radio und Fernsehen.

So zum Beispiel aus Radiospot für die Baumarktkette Praktiker: „20 Prozent auf alles, außer Tiernahrung.“ Der Radiospot mit Lehmanns Stimme ist nicht der erste außergewöhnliche Versuch, für die Wahl Ingo Senftlebens zu werben. Erst vor Kurzem hatte Wahlkampf-Manger Hoffmann seinem Spitzenkandidaten einen Song gedichtet, der für viel Aufsehen sorgte. „Mit wem kann man auch mal einen heben? Ingo Senftleben, Ingo Senftleben!“ heißt es darin unter anderem. Der Song kam allerdings nicht überall gut an. Denn in den sozialen Netzwerken sorgten vor allem Zeilen wie „Wer macht auch die Bauern froh? Ingo! Ingo!“ und „Haut Verbrechern auf den Po? Ingo! Ingo!“ für Spott. Unfreiwillige Ironie des Schicksals: Das Lied war eigentlich für das Wahlkampfteam gedacht, wurde aber von einem „Tagesschau“-Journalisten auf Twitter veröffentlicht.

Nach der Ingo-Hymne und dem Radiospot sei aber kein weiteres derartiges Projekt geplant, sagt Wahlkampf-Manger Hoffmann. Stattdessen wolle man jetzt noch viel unterwegs sein im Land Brandenburg. Seit 30 Jahren stellt die SPD den Regierungschef in Brandenburg. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Denn in jüngsten Umfragen führt die AfD mit 21 Prozent. Die CDU liegt laut einer Forsa-Umfrage vom 9. August mit 18 Prozent dahinter – und damit noch vor der SPD. Im Vergleich dazu: Bei der letzten Landtagswahl 2014 waren die Sozialdemokraten mit fast 32 Prozent stärkste Kraft.

Senftleben will Woidke als Ministerpräsident ablösen

Ingo Senftleben, Oppositionsführer im Potsdamer Landtag, möchte nach der Landtagswahl nur zu gern den seit 2013 amtierenden Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) ablösen. Doch noch ist völlig offen, wer – und in welcher Koalition – im 2,5-Millionen-Einwohner-Land regieren wird. Eine Regierungsbildung mit der AfD schloss Senftleben jedoch schon aus. Über andere Koalitionen will er im Falle einer Regierungsbeteiligung die Parteibasis abstimmen lassen, hieß es am Donnerstag.