Film

Filmpark Babelsberg legt Grundstein für neuen Kostümfundus

In dem Neubau "Das Depot" soll dann der riesige Kostümfundus des Filmparks unterkommen - er könnte bei einer Unesco-Bewerbung helfen.

Hemden sind im Lager der Kostümfundus Babelsberg GmbH in Potsdam (Brandenburg) aufgereiht.

Hemden sind im Lager der Kostümfundus Babelsberg GmbH in Potsdam (Brandenburg) aufgereiht.

Foto: dpa

Potsdam. e Potsdamer Filmgeschichte zieht um: Im Filmpark Babelsberg entsteht in den nächsten Monaten ein Neubau für mehr als eine halbe Million Kostüme und Accessoires aus den vergangenen 100 Jahren. Anfang 2021 soll das neue Gebäude mit dem Namen „Das Depot“ fertig sein.

Den Startschuss für das Bauvorhaben gab am Montag die feierliche Grundsteinlegung, bei der neben Filmpark-Chef Friedhelm Schatz auch Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident des Landes Brandenburg, und der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) anwesend waren. „‚Das Depot‘ wird dem Kostümfundus und anderen unternehmerischen Aktivitäten des Filmparks Babelsberg ein neues Zuhaus‘ geben“, sagte Friedhelm Schatz am Montag. „Dieser Bau ist eine weitere zeichensetzende Investition in die Film- und Medienstadt Babelsberg.“

Filmmotive an der Fassade erinnern an Produktionen

Bislang lagert der Kostümfundus noch in schlichten Hallen aus der DDR-Zeit: Nun sollen die Schätze bald auf fünf Etagen mit insgesamt rund 10.200 Quadratmetern lagern. Im Unter- und Erdgeschoss sollen Werkstätten und Kostümbildner Platz haben, jeweils 2500 Quadratmeter sind für Lagerräume und Bürofläche geplant. In den Etagen eins bis drei kommt auf 3600 Quadratmetern der gesamte Kostümfundus unter, während sich in den oberen Stockwerken hauptsächlich Archive sowie zusätzliche Büro- und Besprechungsräume befinden werden. Das neue Magazin wird an der neu entstehenden Joseph-von-Sternberg-Straße 1 in Babelsberg liegen, in direkter Anbindung an die Großbeerenstraße östlich der Metropolis-Halle.

Eineinhalb Jahre werde der Bau des neuen Gebäudes voraussichtlich dauern, schätzt Jan Kretzschmar, Geschäftsführer des Unternehmens KW Development. Es übernimmt in den nächsten Monaten die Planung und Durchführung des Großprojekts. Besonders wird vor allem das Außendesign des neuen Gebäudes, das sich KW Development zusammen mit dem verantwortlichen Architekturunternehmen rewa überlegt hat: Die Fassade des Unter- sowie des Erdgeschosses wird aus Klinkersteinen bestehen, an den oberen Etagen sollen Filmmotive an berühmte Babelsberger Produktionen erinnern.

Das neue Depot ist nicht das einzige Projekt des Filmparks: Im Frühjahr 2020 soll ein neues Archiv für die mehr als eine Million Exponate des Filmmuseums entstehen. Zusätzlich ist eine Veranstaltungsreihe zum Thema „125 Jahre Kino“ und die Überarbeitung und Aktualisierung der Dauerausstellung im Filmmuseum zu „100 Jahre Film in Potsdam“ geplant.

Als führender Standort für Film- und Fernsehproduktionen ist Babelsberg nach eigenen Angaben das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. 1912 fand dort mit „Der Totentanz“ die erste Filmproduktion statt. Seitdem haben namhafte Regisseure unzählige internationale Filme und Serien wie „Babylon Berlin“, „Der Vorleser“, „Cloud Atlas“ und „Sonnenallee“ in dem Potsdamer Studio gedreht. Im Filmpark nebenan können Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen und Original-Sets bestaunen – unter anderem die Außensets der Seifenoper „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ sowie den Wohnwagen von Peter Lustig aus der Kultserie „Löwenzahn“.

Alle zwei Jahre vergibt die UN-Organisation den Titel

Mit den laufenden Projekten bewirbt sich Potsdam um den Titel einer Unesco-Filmstadt, will sich mit der Filmuniversität „Konrad Wolf“, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Filmpark Babelsberg als international bedeutender Standort präsentieren. „Potsdam ist die älteste deutsche Filmstadt, hat ein Filmmuseum, ein Filmorchester und die älteste deutsche Filmuniversität“, sagt Sigrid Sommer, Marketingleiterin der Stadt Potsdam und Zuständige für die Bewerbung bei der Unesco. „Projekte wie der Neubau im Filmpark Babelsberg zeugen davon, dass Potsdam als Filmstadt sowohl eine mehr als hundertjährige Vergangenheit hat, als auch in Zukunft eine nachhaltige Bedeutung haben wird.“ Alle zwei Jahre vergibt die UN-Organisation den Titel Kreativstadt in den Kategorien Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk und Literatur. 13 internationale Städte wurden bisher zur Unesco-Filmstadt gekürt – unter ihnen Rom, Sydney, Galway und Sofia. Potsdam wäre die erste deutsche Stadt mit diesem Titel. Die Entscheidung der Unesco-Kommission wird im November erwartet.