Brandenburg

Postkutsche und Leichenwagen: Kurioses zum Mieten

Hochzeitschloss, Leichenkutsche, Schienenbus für die Betriebsfeier: In Brandenburg lässt sich allerhand Kurioses mieten.

Eine historische gelbe Postkutsche unterwegs auf einer Landstraße in Brandenburg (Symbolbild).

Eine historische gelbe Postkutsche unterwegs auf einer Landstraße in Brandenburg (Symbolbild).

Foto: Ralf Hirschberger/PA/dpa

Potsdam. In Brandenburg können Privatleute, aber auch Vereine und Institutionen allerhand Kurioses mieten. Ein Überblick gefällig?

Tolle Eventlocations mit historischem und extravagantem Flair vermietet die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten. „Besondere Momente verdienen besondere Orte“, sagt Stiftungssprecher Frank Kallensee. 500 Mal seien im vergangenen Jahr Schlossräumlichkeiten, Orangerien, Villen aber auch Open-Air Locations gebucht worden.

Einstiegsmitpreis liegt bei 500 Euro

Die Stiftung vermietet beispielsweise Schlösser wie Sacrow in Potsdam oder die historischen Pflanzenhallen des Orangerieschlosses im Park Sanssouci. Häufig geht es dem Sprecher zufolge um Hochzeitsfeiern, Hochzeitsfotoshootings, Kulturveranstaltungen oder protokollarische Veranstaltungen von Bundes- oder Länderinstitutionen. „Der Einstiegsmietpreis liegt bei circa 500 Euro“, sagt Kallensee. Im Vorfeld werde abgestimmt, worauf die Kunden in dem historischen Umfeld genau zu achten haben.

Durch die Vermietungen kann sich die Stiftung jedes Jahr über „eine mittlere sechsstellige Einnahme“ freuen, wie der Sprecher sagt. Diese trage erheblich zum Erhalt der historischen Anlagen bei. Allerdings vermietet die Stiftung nicht alle Gebäude. So werde etwa Schloss Sanssouci ausschließlich museal genutzt und stehe aus konservatorischen und platztechnischen Gründen nicht dafür bereit.

Kutscher brauchen spezielle Fahrerlaubnis

Wer stilecht mit der Hochzeitskutsche zum Schloss gefahren werden möchte, ist bei Frank Nitzsche an der richtigen Adresse. Seit fast 20 Jahren hat der Inhaber der gleichnamigen Bergranch in Nuthe-Urstromtal (Teltow-Fläming) Kutschen im Angebot. Rund 15 befinden sich in seinem Fuhrpark, wie er sagt.

„Wir haben beispielsweise Deutschlands größte Postkutsche“, sagt er. Darüber hinaus gebe es auch eine schwarze Leichenkutsche. Die werde allerdings weit weniger als die Hochzeitskutschen gemietet. „Meist sind es Pferdefreunde, die darin ihre letzte Fahrt machen“, erklärt er. Die Kutschen werden übrigens nur mit Kutscher vermietet, weil dafür eine spezielle Fahrerlaubnis nötig ist.

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Schienenbus bei Firmenfeiern beliebt

Ähnlich ist das bei den Zügen, die die Berliner Eisenbahnfreunde in Basdorf (Barnim) vermieten. Das Selberfahren sei leider nicht möglich, sagt Vereinssprecher Manfred Werner. Dafür seien eine entsprechende Ausbildung zum Triebfahrzeugführer sowie Baureiheneinweisung und Streckenkunde möglich.

Beliebt seien beispielsweise der Museumszug mit Wagen aus den 1920er Jahren, aber auch der Schienenbus aus den 1950er Jahren. „Vor allem bei Betriebsausflügen und Firmenfeiern“, sagt Werner. Bei der letzten Sonderfahrt Ende Juli habe ein Eisenbahnsouvenir-Händler seinen 50. Geburtstag gefeiert. Ganz günstig ist das „Zug-Chartern“ allerdings nicht. Neben dem Dieselkraftstoff müsse auch jeder gefahrene Kilometer bezahlt werden. Zwischenstopps an Bahnhöfen der Deutschen Bahn kosten extra.

Jetzt schon an Weihnachten denken

Das tut dem Wunsch nach mietbaren Extravaganzen anscheinend aber keinen Abbruch. Auch bei Petra Henkert, die in Zeuthen (Dahme-Spreewald) ihr „Weihnachtsbüro“ betreibt, gehen in diesen Tagen schon Anfragen von Familien nach Weihnachtsmännern ein. Sie selbst tritt als Engel oder Weihnachtsfee auf. „Die vielen Anfragen bedeuten ja auch, dass die Leute in der Vergangenheit zufrieden mit unserem Service waren“, sagt Henkert.