Kremmen

Anschlag auf Flüchtlingsheim: 18 Monate Bewährungsstrafe

Ein 37-Jähriger ist wegen Beihilfe zur Brandstiftung auf ein Flüchtlingsheim in Kremmen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit einem 30-Jährigen in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Brandsätze auf ein Haus einer Flüchtlingsunterkunft in Kremmen (Landkreis Oberhavel) schleuderte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit einem 30-Jährigen in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Brandsätze auf ein Haus einer Flüchtlingsunterkunft in Kremmen (Landkreis Oberhavel) schleuderte.

Foto: dpa

Neuruppin. In einem Revisionsprozess vor dem Landgericht Neuruppin ist ein 37-Jähriger wegen Beihilfe zur Brandstiftung auf ein Flüchtlingsheim zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das teilte das Gericht am Freitag auf Nachfrage mit.

Im ersten Urteil vor dem Landgericht im Juli 2018 wurde der Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen gemeinschaftlicher versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit einem 30-Jährigen in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Brandsätze auf ein Haus einer Flüchtlingsunterkunft in Kremmen (Landkreis Oberhavel) schleuderte. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf die Revision des Angeklagten hin jedoch auf. Der 37-Jährige sei nicht als Mittäter, sondern nur wegen Beihilfe zu verurteilen. Dem folgte das Landgericht in seinem Urteil jetzt. Außerdem verurteilten die Richter den 37-Jährigen wegen Beihilfe zur Herstellung, Besitz und Führen eines Brandsatzes.

Der andere Angeklagte war 2018 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt. Sie war der Ansicht, der 30-Jährige habe mit Tötungsabsicht gehandelt und beantragte eine Verurteilung wegen versuchten Mordes und neun Jahre und drei Monate Haft. Das sah das Gericht damals anders und verneinte den Tötungsvorsatz. Dem schloss sich der BGH in seinem Urteil an.

Gegen das Urteil gegen den 37-Jährigen ist eine Revision möglich.