Brandenburg

Landtagswahl: CDU fordert Rückenwind von Bundespartei

Die AfD war bei der Umfrage von Infratest dimap mit 21 Prozent erstmals stärkste Kraft. CDU und SPD wittern Probleme.

CDU und SPD

CDU und SPD

Foto: Christian Ohde / imago/Christian Ohde

Potsdam.  Nach Verlusten in einer Umfrage wenige Monate vor der Brandenburger Landtagswahl sieht die SPD noch viel Arbeit im Wahlkampf vor sich. Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke sagte am Mittwoch, was das für seine Partei bedeutet: „Dass wir kämpfen müssen, um die Landtagswahl zu gewinnen.“ SPD-Fraktionschef Mike Bischoff ergänzte: „Arbeiten, arbeiten, arbeiten – und rechtspopulistischen Kräften jederzeit die Stirn bieten!“ Die SPD hatte bei der Europawahl bundesweit und im Land deutliche Verluste eingefahren. In Brandenburg regiert die SPD seit 1990, seit zehn Jahren mit den Linken.

Die AfD war bei der Umfrage von Infratest dimap für „Brandenburg aktuell“ und den Sender Antenne Brandenburg mit 21 Prozent erstmals stärkste Kraft. Die SPD kam auf 18 Prozent. CDU und die Grünen erreichten jeweils 17 Prozent, die Linke 14 Prozent, die FDP fünf Prozent, die Freien Wähler vier Prozent. Im Vergleich zur April-Umfrage legten AfD und Grüne zu, während SPD, CDU und Linke verloren. Wenn der Regierungschef direkt gewählt würde, ergäbe sich ein anderes Bild: Woidke läge mit 48 Prozent vorn, CDU-Landeschef Ingo Senftleben bekäme elf Prozent, AfD-Landeschef Andreas Kalbitz acht Prozent.

Senftleben wünscht sich „Rückenwind“

Die CDU hält die Entwicklung in der Bundespolitik für mitverantwortlich für Einbußen. Senftleben wünschte sich im RBB-Inforadio am Mittwoch Rückenwind aus Berlin. „Das war in den letzten Wochen definitiv nicht der Fall“, sagte Senftleben. Die Umfrage sieht er als Abwahl der rot-roten Koalition, aber auch als Protestwahl. Er bekräftigte seine Absage an eine Koalition mit der AfD, aber zugleich einer Offenheit für Gespräche: „Reden ja, aber Regierungshandeln mit der AfD definitiv nein.“ Die AfD zeigte sich zufrieden mit dem Umfrageergebnis.

Damit werde die Arbeit von Partei und Fraktion gewürdigt, sagte Kalbitz dem Sender Antenne Brandenburg. „Es setzt sich damit ein Trend fort, trotzdem werden wir um jede Stimme kämpfen.“ Die Grünen sehen in der Befragung nicht nur einen Ansporn für die Wahl. „Da ist neben der Freude auch Demut“, sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Benjamin Raschke, am Dienstagabend. „Wir sehen, dass wir eine große Verantwortung haben, all den hohen Erwartungen gerecht zu werden.“