Kino

In Babelsberg wird „Jim Knopf“, Teil 2 gedreht

Im Filmpark Babelsberg wird der zweite Teil des Kinderbuchklassikers „Jim Knopf und die Wilde 13“ fürs Kino gedreht.

Die Schauspieler Rick Kavanian (l.), Leighanne Esperanzate, Solomon Gordon und Henning Baum bei Dreharbeiten von "Jim Knopf und die Wilde 13".

Die Schauspieler Rick Kavanian (l.), Leighanne Esperanzate, Solomon Gordon und Henning Baum bei Dreharbeiten von "Jim Knopf und die Wilde 13".

Foto: FOTO:Jörg Carstensen / dpa

Potsdam. Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer: Im Brandenburger Studio Babelsberg werden derzeit die Dreharbeiten für die Verfilmung von Michael Endes Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und die Wilde 13“ abgeschlossen. Wer einmal das Set besucht, sieht, woraus die Kinderträume gemacht sind.

Das Meer ist ein mit schwarzer Folie ausgelegter Wassergraben, der regelmäßig geflutet wird. Ein sogenannter Greenscreen, eine grüne Leinwand dahinter, sorgt für die nötige Weite am Horizont. Der Dampf, der über Emma, der Dampflokomotive von Lukas, aufsteigt kommt in Wirklichkeit aus Feuerlöschern. Es muss still sein und keiner, der nicht Teil der Szene ist, darf mehr im Hintergrund zu sehen sein, wenn die Klappe geschlagen wird und die Darsteller in Aktion treten.

Jim kann das Geheimnis um seine Herkunft endlich lösen

Noch bis Freitag wird am Film-Set von Lummerland in Potsdam gedreht. Der zweite Teil des Abenteuers mit dem Jungen Jim Knopf, gespielt von Solomon Gordon, Lukas dem Lokomotivführer (Henning Baum) und der wilden Piratenbande soll im Oktober 2020 in die Kinos kommen. Darin begeben sich der Waisenjunge und Lukas wieder auf eine abenteuerliche Reise.

Jim ist noch mehr getragen von der Frage: Wo kommt er eigentlich her? Die beiden begegnen Meerjungfrauen und der wilden Piratenbande, gespielt von Rick Kavanian („Der Schuh des Manitu“), die noch immer ihr Unwesen treibt. Doch Jim und Lukas können sie bezwingen und das von Stürmen umtoste Land, das nicht sein darf, geht unter. Endlich kann Jim das Geheimnis um seine Herkunft lösen.

Am vorletzten Tag der Dreharbeiten wird unter anderem die Szene gedreht, in der Jim Knopf, Lukas, der Lokomotivführer und Prinzessin Li Si nach ihrer Reise nach Lummerland zurückkehren. Etwas verwirrt blicken sie sich um, als sie dort niemanden erblicken. Bis hinter ihnen Emma, die Dampflokomotive auftaucht. „Emma, meine dicke alte Emma“, ruft Lukas. Und der Dampflok-Dame entweicht ein freudiges „Hup“.

Der zweite Teil ist erwachsener und moderner

Die Realverfilmung habe an dem Klassiker von Michale Ende bis auf ein paar Details nicht viel verändert, sagte Drehbuchautor Dirk Ahner am Set. Doch wird Prinzessin Li Si (Leighanne Esperanzate) mutiger. Im Original aus den 60ern sei sie eben „ein Produkt dieser Zeit“, sagte Ahner. Überhaupt sei der zweite Teil erwachsener und moderner, als sein Vorgänger.

Insgesamt nimmt das Abenteuer 53 Drehtage in Anspruch. Die ersten Wochen verbrachte die Crew in Kapstadt. Dort wurden unter anderem die Schiffsschlachten gedreht. „Strände, Drachenstädte – Bei Jim Knopf ist alles Fantasy. Das kann man in der Kombination von Deutschland und Südafrika gut herstellen“, sagt Regisseur Dennis Gansel, der durch Filme wie „Die Welle“ und „Napola“ bekannt ist.

Er selbst war vier Monate in der südafrikanischen Stadt, viele der Mitarbeiter am Set waren Einheimische. So habe er viel über das Land gelernt. „Mein Fahrer und viele der Beleuchter wohnten in den Townships. Sie haben uns mitgenommen und uns gezeigt, wie sie leben“, sagt der Regisseur. Zurück in Brandenburg ist für Gansel eine der größten Herausforderungen das Regenwetter. Betrübt ist er deswegen aber nicht: „Das ist wie nach Hause kommen, weil wir vor zwei Jahren für den ersten Teil an genau derselben Stelle standen.“

Lummerland-Set steht seit 2017 im Filmpark

Mit rund 20 Millionen Euro haben die Filmemacher rund fünf Millionen Euro weniger für die Produktion des zweiten Teils ausgegeben. „Vieles war ja schon vorhanden“, sagte Produzent Christian Becker. Das Lummerland-Set stehe bereits seit 2017 im Filmpark. Und auch Dampflok-Dame Emma war bereits gebaut.

Die sieben Tonnen schwere Lok habe mehrere Hunderttausend Euro gekostet. Heizungsrohre, angesprühte Feuerlöscher und zwei Tonnen Batterien habe man unter anderem für die schicke schwarze Dampflok verwendet. Im Kessel vorne ist eine kleine Kabine, in der der Fahrer die Lok steuern kann. Die aufwendige Produktion, findet Regisseur Dennis Gansel, sei nicht nur etwas für Kinder. „Wie bei vielen Werken von Michael Ende haben die Themen auch heute noch Relevanz“, sagt er.