Forst (Spree-Neiße)

Zwei Leichen in Forst gefunden: Spur führt zur Mafia

In einer Wohnung in Forst (Spree-Neiße) sind zwei Männerleichen entdeckt worden. Nun deuten Spuren auf einen Auftragsmord.

Eine Kriminaltechnikerin geht in das abgesperrte Haus in Forst (Spree-Neiße), in dem am Montagmorgen Morgen zwei Tote Männer entdeckt worden waren.

Eine Kriminaltechnikerin geht in das abgesperrte Haus in Forst (Spree-Neiße), in dem am Montagmorgen Morgen zwei Tote Männer entdeckt worden waren.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Forst. Nach dem Fund zweier Männerleichen in der südbrandenburgischen Kleinstadt Forst (Spree-Neiße) am frühen Montagmorgen gehen die Ermittlungen weiter. Die Männer wurden nach Angaben der Polizeidirektion Süd Opfer eines Gewaltverbrechens. Nach Informationen der Tageszeitung „MAZ“ handelt es sich bei dem Doppelmord um einen Auftragsmord aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität. Die Spur führt offenbar in das Umfeld der Drogen-Mafia.

Die beiden toten Männer seien serbische Staatsbürger und gehörten vermutlich einer Bande an. Bei einem der Toten soll es sich um einen Informanten der Polizei handeln. Ein dritter Mann soll laut einem Bericht der „Lausitzer Rundschau“ am Montag schwer verletzt mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden sein. In einem Waldstück seien Schusswaffen mit Schalldämpfern gefunden worden sein.

Am Mittwoch hieß es, bei den Männern solle es sich nach Angaben montenegrinischer Zeitungen um Mitglieder einer Mafia aus dem Balkanstaat handeln. Der Fund der Männerleichen gehe auf eine Abrechnung unter Mafia-Mitgliedern zurück, schrieb die regierungskritische Zeitung "Vijesti". Hintergrund sei ein seit mehreren Jahren andauernder Streit in der Adria-Küstenstadt Kotor zwischen zwei Clans.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus, die die Ermittlungen übernommen hat, gab bislang keine Details zu dem Verbrechen bekannt und begründete das mit ermittlungstaktischen Gründen. Auch zur Identität der Toten und einer möglichen Verbindung zur Organisierten Kriminalität wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Laut MAZ-Berichten gehen die Ermittler davon aus, dass die Männer auf einer Todesliste standen. Die Hintergründe sind aber bislang unklar.

Anwohner berichten von „fremden Autos in der Straße“

Anwohner berichteten der „Lausitzer Rundschau“ von Autos mit Berliner Kennzeichen, die in jüngster Zeit immer nachts in der Straße gesichtet wurden. „Sie haben sich auf verschiedene Parkplätze gestellt, manchmal auf die, die für die Anwohner reserviert sind“, erzählte eine Frau. Junge Männer mit Kapuzenjacken seien ausgestiegen. Das Haus, in dem die Toten gefunden wurden, soll unbewohnt gewesen sein. Offizielle Angaben dazu gibt es bisher nicht.

Die Leichen wurden am Montag gegen 5 Uhr morgens in einer Wohnung in Forst entdeckt. Bei den Ermittlungen am Montag waren zwei verdächtige abgestellte Autos in der Nähe des Wohnhauses entdeckt worden. Die Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen konnten nicht zugeordnet werden. Deshalb wurden laut Polizeisprecherin Ines Filohn als Vorsichtsmaßnahme Sprengstoffspezialisten hinzugezogen. 116 Anwohner mussten ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. In den Fahrzeugen wurden keine explosiven Gegenstände entdeckt. Warum die Polizei davon ausgegangen war, dass eine Gefahr bestehen könnte, wollte sie auf Verweis auf die laufenden Ermittlungen trotz mehrfacher Nachfrage nicht sagen.