Polizeieinsatz in Beelitz

Tumulte vor Schlachtbetrieb: Eigentümer durch Tür gedrückt

In Beelitz musste die Polizei zu einer Schlachterei ausrücken. Bis zu 100 Kunden warteten auf Billigfleisch. Es kam zu Tumulten.

Fleischtheke (Symbolbild)

Fleischtheke (Symbolbild)

Foto: Uli Deck / dpa

Beelitz. Der Schlachtbetrieb Joachim König ist weit über die Stadtgrenzen der Spargelstadt Beelitz hinaus bekannt. Bis aus Berlin reisen die Kunden an, um sich in dem Familienbetrieb billiges Schlachtfleisch zu sichern. Wie König den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ berichtete, gebe es sogar Kunden, die mit 40 Kilogramm Fleisch nach Hause gehen.

In wenigen Wochen muss die Schlachterei nun aber schließen, weil der Betrieb die Auflagen der Behörden nicht mehr umsetzen kann. Dies mag erklären, was am Donnerstagmorgen vor der Schlachterei vor sich ging und zu einem größeren Polizeieinsatz führte.

Inhaber durch die Scheibe ins Geschäft gedrückt

Joachim König sagte, dass bereits vor der Öffnung des Geschäfts um 9 Uhr etwa 100 Menschen gewartet hätten. Als er aus dem Laden getreten sei, um die Kunden zu bitten, eine ordentliche Schlange zu bilden, sei er von der Menschenmasse durch die geschlossene Ladentür ins Innere gedrückt worden. Die Scheibe splitterte, König selbst blieb zum Glück unverletzt, wie die Polizei Brandenburg via Twitter mitteilte.

Der Schlachtermeister habe dann die Polizei gerufen, um den reibungslosen Fleischverkauf im Geschäft zu koordinieren. Zwölf Beamte seien dafür abgestellt worden. Nach nur zwei Stunden war auch das letzte Stück Fleisch weggekauft.

Polizei empfiehlt Wachschutz

Grund für den enormen Andrang, nicht nur am Donnerstag, ist der Preis des Fleisches. König und seine Mitarbeiter verarbeiten verunglückte Tiere, schlachten und zerlegen selbst. Immer donnerstags wird verkauft, die Preise liegen deutlich unter denen in den meisten anderen Schlachtereien.

Wie die „Potsdamer Neusten Nachrichten“ berichten, hat die Polizei König für seine beiden letzten Verkaufstermine am 16. und 23. Mai den Einsatz eines Wachschutzes empfohlen, um ähnliche Tumulte zu verhindern. Danach ist endgültig Schluss mit dem Billigfleisch aus Beelitz.