Schifffahrt

Wasserschutzpolizei: Jedes sechste Sportboot hat Mängel

Wasserschutzpolizei in Potsdam stellt zum Saisonstart die Unfall- und Kontrollbilanz für Gewässer vor. Zahl der Alkoholfahrten steigt.

Ein Beamter der Wasserschutzpolizei schaut auf dem Deck eines Polizeibootes durch einen Geschwindigkeitsmesser.

Ein Beamter der Wasserschutzpolizei schaut auf dem Deck eines Polizeibootes durch einen Geschwindigkeitsmesser.

Foto: Ralf Hirschberger / picture alliance

Potsdam.  Für die Wasserschutzpolizei in Potsdam sind es alarmierende Zahlen. Jedes sechste kontrollierte Sportboot hat Mängel und immer mehr Kapitäne sind alkoholisiert unterwegs. Das ist das Fazit der neuen Unfall- und Kontrollbilanz für die westbrandenburgischen Gewässer, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

Dass die Zahlen nach oben klettern, hat auch mit dem gestiegenen Kontrolldruck der Behörde zu tun. Insgesamt kontrollierte die Wasserschutzpolizei in Westbrandenburg, wo sie für ungefähr 300 Kilometer Wasserstraßen zuständig ist, im vergangenen Jahr 5031 Sportboote (2017: 4805). Dabei stellten die Wasserschützer 844 (2017: 628) Verstöße fest. „Das bedeutete, dass bei etwa jedem sechsten Fahrzeug, das wir kontrolliert haben, etwas beanstandet werden musste“, sagte der Leiter der Polizeidirektion West, Peter Meyritz. „Aus den Zahlen leiten wir unsere Schwerpunkte ab und werden auch im kommenden Jahr auf die Einhaltung der Sorgfaltspflichten, die korrekte Ausführung der Fahrregeln und die Beachtung der Schifffahrtszeichen achten“, so Meyritz weiter.

Besonders viele Beanstandungen bei Jetskis

Wenn man tiefer in die Statistik einsteigt, sind die Zahlen für Jetskis besonders dramatisch. Dort gab es bei jeder zweiten Kontrolle Beanstandungen. Häufig überschritten die Fahrer die zulässige Geschwindigkeit, fuhren außerhalb der dafür vorgesehenen Strecken und belästigten andere Verkehrsteilnehmer. Bei 109 kontrollierten Jetskis stellte die Wasserschutzpolizei 47 Ordnungswidrigkeiten fest.

Alarmierend sei auch die Zahl der gestiegenen Alkoholfahrten, wie Joachim Pötschke, Leiter der Wasserschutzpolizei, sagte. „Im zurückliegenden Jahr haben unsere Kollegen der Wasserschutzpolizei einen starken Anstieg an Alkoholverstößen beim Führen von Sportschiffen feststellen müssen“, erklärte Pötschke. Mit 28 Alkoholfahrten hätten sich die Feststellungen im Vergleich zum Vorjahr (2017: 14) verdoppelt. Auch bei Charterjachten stellten die Behörden mehr Alkoholverstöße fest (2018: 10, 2017: 8). Pötschke kündigte mehr Kontrollen in diesem Bereich an. Auf dem Wasser gelten dieselben Promillewerte (0,5) wie an Land.

Jahrhundertsommer führte zu Rückgang bei Schifffahrt

Laut Direktionsleiter Peter Meyritz seien auch die Unfälle bei der Berufsschifffahrt um zehn Fälle von 18 auf 28 gestiegen. Einen weniger signifikanten Anstieg habe man bei den Unfällen mit Sportschiffen (2018: 66, 2017: 65) und Charterschiffen (2018: 39, 2017: 38) zu verzeichnen. Durch Charterfahrzeuge wurden im vergangenen Jahr 59 Prozent der Schiffsunfälle im Sportbootverkehr und 41,5 Prozent aller Schiffsunfälle insgesamt verursacht.

Bei der Präsentation der Zahlen konnte die Polizei aber auch einen positiven Trend verkünden. Demnach sei ein deutlicher Rückgang beim Diebstahl von Außenbordmotoren (2018: 74, 2017: 153, 2016: 155) zu verzeichnen. Ebenso sei ein laut Meyritz „erfreulicher Rückgang“ des Diebstahls in und aus Sportmotor,- Segel- und Ruderbooten zu verzeichnen (Sportmotorboote 2018: 24, 2017: 52, Segelboote 2018: 0, 2017: 4, Ruderboote 2018: 0, 2017: 2).

Bei der Vorstellung der Zahlen bestätigte die Polizei alarmierende Tendenzen für die Berufsschifffahrt. Der Jahrhundertsommer im vergangenen Jahr und Ausbauarbeiten auf der Unteren Havel-Wasserstraße führten zu signifikanten Rückgängen im Güterschiffsverkehr zwischen Brandenburg und Berlin. Allein an der Schleuse Wusterwitz (Potsdam-Mittelmark) kamen demnach knapp 400 Binnen-Schiffe weniger an als noch im Jahr zuvor (2018: 7866, 2017: 8261).

Rettungsschwimmer starten in die neue Saison

Neben der Wasserschutzpolizei starten auch die Rettungsschwimmer in eine neue Saison. Peter-Michael Kessow von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sagte: „Die Sicherheit an Brandenburger Gewässern hängt in erster Linie mit den Fähigkeiten der Schwimmer zusammen. Eine gute Ausbildung, das Vermeiden von Gefahren und das Bewusstsein für die eigene Kondition sind gute Ratgeber auf und im Wasser“.

Durch die Ehrenamtler der DLRG würden in vielen tausend Einsatzstunden in jedem Jahr Menschen zu Schwimmern und bestenfalls zu Rettungsschwimmern ausgebildet. „Dass wir trotz vieler Einsätze an Badegewässern und bei Veranstaltungen in einem so seenreichen Land nicht immer und überall sein können, macht es besonders wichtig, dass die Brandenburgerinnen und Brandenburger richtig schwimmen können“, so Kessow weiter.

Wir haben einen starken Anstieg an Alkoholverstößen festgestellt