Rosinenbomber

Neue Hoffnung auf Landeerlaubnis in Tempelhof

Die Luftbrückeninitiative beantragt eine Ausnahmegenehmigung. Doch diese zu erhalten, ist nicht einfach.

Ein Rosinenbomber im Anflug

Ein Rosinenbomber im Anflug

Foto: Tony Vaccaro / picture-alliance / akg-images / Tony Vaccaro

Berlin. Thomas Keller hat ambitionierte Ziele. Der Hamburger will in den kommenden zwei Monaten doch noch alles dafür unternehmen, dass zu den Feierlichkeiten rund am das Luftbrücken-Jubiläum zwischen 10. und 18. Juni Rosinenbomber auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof landen. „Tempelhof ist das schönste Ziel“, sagt Keller.

Klar ist, dass zahlreiche Rosinenbomber mit der Luftbrücke in Verbindung stehende Flughäfen ansteuern, darunter Wiesbaden, von wo die Luftbrücke ihren Ausgang nahm, Frankfurt am Main und Faßberg, wo die Kohlelieferungen in Richtung Berlin abhoben.

Ausnahmegenehmigung zu erhalten, ist nicht einfach

Tempelhof ist bislang nicht dabei, weil der Flughafen im Jahr 2008 entwidmet wurde. Eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, ist nicht einfach. „Es müssen viele Dinge berücksichtigt werden“, sagt Keller. Die Landebahn muss gereinigt, Naturschutz und das Ordnungsamt beteiligt werden, die Sicherheit muss gewährleistet sein und der Eigentümer zustimmen. „Wir müssen auch mit den Piloten sprechen, ob die das überhaupt wollen“, sagt Keller.

Dank der Initiative haben bislang mehr als 30 Eigentümer zugesagt, zu den Feierlichkeiten mit dem Rosinenbomber nach Deutschland zu kommen. Zahlreiche Sponsoren unterstützen die Aktion, so übernimmt der Mineralölkonzern „Total“ die Kosten für den Treibstoff. Die weiteste Anreise hat ein Pilot aus Alaska, zwei Maschinen starten aus Moskau, außerdem haben sich Rosinenbomber aus fast ganz Europa angesagt. Insgesamt gibt es noch rund 160 flugfähige Rosinenbomber auf der Welt.

Überflüge über Gatow und Tempelhof geplant

Bislang sind in Berlin lediglich Überflüge über das Brandenburger Tor und die ehemaligen Flughäfen Gatow und Tempelhof geplant. Sollte die Ausnahmegenehmigung für Tempelhof nicht rechtzeitig erfolgen, sind nach Angaben der Luftbrücken-Initiative einzelne Landungen in Tegel geplant. Die meisten Rosinenbomber werden auf dem Flughafen Schönhagen im Südwesten Berlins landen.

Für die Flüge über Berlin werden die meisten Maschinen von Frankfurt am Main aus starten. Auch über Wiesbaden (Hessen) und Jagel (Schleswig-Holstein) soll mit Flügen an die Luftbrücke erinnert werden. In diesen Städten befanden sich Flugplätze, von denen aus die Maschinen der West-Alliierten über drei Luftkorridore die sowjetische Besatzungszone ohne besondere Genehmigung in Richtung Berlin überfliegen konnten. Mit am Ende fast 280.000 Flügen wurden mehr als zwei Millionen Tonnen Güter in die Stadt gebracht – vor allem Lebensmittel und Heizmittel, aber auch viele Süßigkeiten für die Berliner Kinder.