Gesundheitsstudie

Studie: Brandenburger Kinder kränker als Bundesdurchschnitt

Fast jedes dritte Kind in Brandenburg ist laut der DAK chronisch krank. Manche Krankheiten treten deutlich häufiger auf als in Berlin.

Eine Mutter misst Fieber bei ihrem kranken Kind.

Eine Mutter misst Fieber bei ihrem kranken Kind.

Foto: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/M. Begsteige

Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma: Das sind typische chronische Krankheiten. Kinder und Jugendliche in Brandenburg sind von solchen körperlichen Krankheiten häufiger betroffen als der Bundesdurchschnitt. Das ergibt eine Untersuchung der Krankenkasse DAK, die am Donnerstag in Potsdam vorgestellt wurde.

Annähernd jedes dritte Kind in Brandenburg ist demnach körperlich chronisch krank, Jungen etwas häufiger als Mädchen. Vor allem leiden die Kinder an Neurodermitis und Heuschnupfen, gefolgt von entzündlicher Darmerkrankung und Asthma. „Das sind die Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können“, sagte die Leiterin der DAK Brandenburg, Anke Grubitz.

Sehr viele Hauterkrankungen

Im Bundesvergleich dominieren zwar dieselben Erkrankungen, aber der Anteil der betroffenen Kinder ist in Brandenburg signifikant höher. Mit 127 registrierten Neurodermitis-Fällen pro 1000 minderjährigen Brandenburgern liegt das Land 56 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (81 Fälle). Auch Adipositas (plus 41 Prozent), Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (plus 13 Prozent) und psychische Erkrankungen (plus 9 Prozent) wurden bei Kindern in Brandenburg häufiger registriert. Besser als dem Bundesschnitt geht es laut der Studie Brandenburger Kindern im Bezug auf Augenerkrankungen (minus 9 Prozent) sowie Depressionen (minus 4 Prozent).

Für den „Kinder- und Jugendreport“ hat die Krankenkasse Versichertendaten von rund 30.000 Kindern in Brandenburg untersucht. Bei rund 383.000 Kindern insgesamt entspricht dies einem Anteil von acht Prozent. Ausgewertet wurden 14 verschiedene Erkrankungen, die potenziell einen chronischen Verlauf nehmen können.

Nur Karies gibt es in Berlin häufiger

Bei den Krankheitsarten insgesamt stehen die Atemwegserkrankungen auf Platz 1 bei den Brandenburger Kindern. 65 Prozent der Versicherten im Kindes- und Jugendalter leiden mindestens einmal pro Jahr unter einem grippalen Infekt oder einer akuten Bronchitis. Fast jedes fünfte Kind meldet sich außerdem wenigstens einmal im Jahr wegen Muskel-Skelett-Problemen wie Rückenschmerzen beim Arzt.

Vergleicht man die Zahlen aus Brandenburg mit denen aus dem Nachbarland Berlin, zeigt sich: In Brandenburg wurden 31 Prozent mehr Kinder wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen behandelt. Auch Haut- und Atemwegserkrankungen sowie Adipositas wurden bei Kindern und Jugendlichen in Brandenburg häufiger registriert als in Berlin. Nur Zahnkaries trat in Brandenburg seltener auf als in der Hauptstadt (minus 24 Prozent). Bei den psychischen Erkrankungen meldet die DAK für Brandenburg mehr Sprach- und Sprechstörungen und für Berlin mehr Angststörungen und Kinder mit Depressionen.