Gefängnis

CDU fordert Aufklärung nach Meuterei in JVA Heidering

Bei einer versuchten Meuterei am Donnerstagnachmittag wurde ein Gefangener fast totgeschlagen und ein Justizmitarbeiter verletzt.

JVA Heidering

JVA Heidering

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Berlin.  Nach einer Meuterei im Gefängnis in Heidering (Teltow-Fläming) fordert der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Sven Rissmann, Aufklärung von der Justizverwaltung. „Wir haben es dem konsequenten Durchgreifen der Vollzugskräfte zu verdanken, dass die Gefangenen-Revolte in der JVA Heidering schnell beendet werden konnte. Die Mitarbeiter haben einen guten Job gemacht“, sagte er am Sonnabend.

Auch der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Holger Krestel, lobte den Einsatz der Vollzugskräfte. Es sei aber "nicht zu tolerieren, dass sich Beamte in Gefahr bringen mussten und selbst verletzt wurden". Der Senat müsse endlich handeln und das Personal verstärken. Das notwendige Problembewusstsein sei "offensichtlich noch nicht vorhanden".

Am Donnerstagnachmittag hatte es nach Informationen der Berliner Morgenpost eine versuchte Gefängnismeuterei in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering gegeben. Mehrere Angreifer hatten einen Mitgefangenen schwer misshandelt und fast totgeprügelt. Justizvollzugsbeamte, die dazwischengehen wollten, wurden ebenfalls attackiert. Der Aufstand konnte nur niedergeschlagen werden, weil Personal aus dem gesamten Gefängnis zusammengezogen wurde und die Beamten mit vereinten Kräften die Insassen trennen konnten. In der Justizverwaltung wird der Vorfall als außergewöhnlich und äußerst ernst zu nehmend bewertet. Mehrere beteiligte Gefangene wurden in andere Haftanstalten verlegt.

„Der schwerwiegende Vorfall lässt viele Fragen offen, insbesondere, wenn der Auslöser tatsächlich ein Streit um Drogen gewesen sein sollte“, sagte Rissmann. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) müsse die Öffentlichkeit unverzüglich informieren und umfassend über Ursache und Hergang informieren und Vorschläge unterbreiten, wie er solche oder ähnliche Gewaltausbrüche verhindern wolle, so Rissmann weiter.

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