Brandenburg

Vorwurf der Vergewaltigung: Tatverdächtige kommen frei

In Königs Wusterhausen hatte eine 15-Jährige eine Vergewaltigung angezeigt. Der Vorwurf gegen zwei Verdächtige bestätigte sich nicht.

Überraschende Wende im mutmaßlichen Vergewaltigungsfall von Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Ein tatverdächtiger Afghane werde aus der Untersuchungshaft entlassen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Cottbus am Montag mit. Demnach hätten die Ergebnisse der Spurenauswertung den Tatvorwurf nicht erhärten können, sondern ihn und einen zweiten Tatverdächtigen sogar entlastet.

Was war passiert? Ein 15-jähriges Mädchen hatte angegeben, in Königs Wusterhausen von zwei Männern in einer öffentlichen Toilette vergewaltigt worden zu sein. Das Mädchen erstattete im Beisein von Angehörigen zwei Tage nach der mutmaßlichen Tat Anzeige. Einer der beiden Tatverdächtigen, bei dem es sich um einen 21 Jahre alten afghanischen Flüchtling handelt, wurde schnell identifiziert und in Untersuchungshaft genommen. Der zweite mutmaßliche Mittäter war flüchtig, konnte aber jetzt ermittelt werden. Er und weitere Zeugen wurden vernommen sowie weitere Sachbeweise ausgewertet. „Der zweite Tatverdächtige hat die Tat in Abrede gestellt und sich dahin eingelassen, nicht am Tatort gewesen zu sein“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die 15 Jahre alte Zeugin hatte den Tatverdächtigen, obwohl sie ihn persönlich kennen will, im Rahmen einer sogenannten Wahllichtbildvorlage nicht als den zweiten Täter identifizieren können. Die gehörten Zeugen konnten die Vorwürfe nicht bestätigen. „Bei dieser nunmehr gegebenen Sachlage ist ein dringender Tatverdacht, der zwingende Voraussetzung für den Erlass, aber auch für die Aufrechterhaltung eines Haftbefehls ist, nicht mehr zu belegen“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher. Die Staatsanwaltschaft habe deshalb von einem Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den zweiten Tatverdächtigen abgesehen und die Aufhebung des Haftbefehls gegen den Hauptverdächtigen beantragt, dem das Amtsgericht auch folgen werde.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus, Horst Nothbaum, sagte der Berliner Morgenpost, dass die Ermittlungen aber noch nicht abgeschlossen seien, die aktuellen Entwicklungen seien lediglich der Ist-Zustand des Verfahrens.

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