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Liebenwalde/Brandenburg

Unbekannte öffnen Kuhstall - Sechs Tiere verenden

Die Tiere erlangten durch die offenstehenden Tore Zugang zu Kraftfutter, fraßen davon viel zu viel. Mehrere starben qualvoll.

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In Liebenwalde haben Unbekannte einen Kuhstall geöffnet, so dass die Tiere ins Freie gelangten. Die Tat ereignete sich in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, wie "Bild" berichtet. Die Polizei vermute eine Tatzeit zwischen 20 und 2.30 Uhr. In dieser Zeit seien Unbekannte in die Ställe des landwirtschaftlichen Guts Hammer in Liebenwalde im Landkreis Oberhavel eingedrungen. Die Eindringlinge hätten mehrere verschlossene Tore geöffnet und den Kühen so den Weg in die Freiheit geebnet. Mit verheerenden Folgen: 400 Kühe verließen die Schlafställe und verteilten sich auf dem Gelände - einige von ihnen gelangten in eine Halle, in der sie Zugang zu Kraftfutter hatten. Von diesem Kraftfutter, von dem sie normalerweise nur zwei Kilo zusätzlich zu ihrem normalen Futter fressen dürfen, nahmen die Kühe dem Bericht zufolge jeweils bis zu zehn Kilo zu sich. Anschließend hätten sich in den Kuhmägen giftige Verdauungsprozesse gebildet, die die Leber schädigen. Vier Kühe sehen deshalb qualvoll an Leberversagen gestorben, 16 weitere Tiere erkrankt.

„Zwei, die auf der Weide umgefallen sind, mussten wir am Abend töten", sagt Landwirt Timo Schiemann dem Blatt, „im Moment sieht es so aus, dass die übrigen 14 sich vielleicht erholen."

„Wir sind fassungslos", sagte Anja Schiemann, die Geschäftsführerin des Agrarhofs dem Bericht zufolge: "Alle unsere 700 Kühe können täglich auf die Weide, hier ist alles bio. Sollten das sogenannte Tierschützer sein, die die Tiere befreien wollten, so haben sie unfassbar dumm gehandelt." An eine Art schiefgegangenen Streich glaube sie nicht. Die Täter hatten schließlich "mehrere professionell verschlossene Tore geöffnet".