Prozess

Mehr als drei Jahre Haft für jungen Geldautomatenräuber

Seit Jahren ziehen brutale Banden durchs Land und sprengen Geldautomaten. Jetzt wurde ein junger Mann zu einer Haftstrafe verurteilt.

Ein junger Mann wurde nun verurteilt (Symbolbild)

Ein junger Mann wurde nun verurteilt (Symbolbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Potsdam. Wegen der Sprengung eines Geldautomaten im mecklenburgischen Lübz ist ein 18-jähriger Potsdamer zu drei Jahren und zwei Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. In das Urteil wegen Herbeiführens einer Sprengstoff-Explosion und schweren Diebstahls habe das Gericht eine weitere Strafe wegen räuberischen Diebstahls und anderer Delikte auis dem vergangenen Jahr einbezogen, berichtete Gerichtssprecher Wolfgang Peters am Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Jugendstrafe und die Verteidigung zweieinhalb Jahre gefordert.

Laut Urteil hatte der 18-Jährige Anfang März gemeinsam mit zwei Komplizen in einer Bankfiliale in Lübz einen Geldautomaten nach dem Einleiten von Gas gesprengt. Auf der Flucht vor der Polizei ließen die Täter ihr Fahrzeug, Tatwerkzeug und eine Geldkassette mit mindestens 13 500 Euro Bargeld zurück.

Dank eines aufmerksamen Taxifahrers konnten der 18-Jährige und ein 21-jähriger mutmaßlicher Mittäter tags drauf in Potsdam gefasst werden. Der Taxifahrer hatte per WhatsApp die Polizei und Kollegen informiert, weil ihm diese beiden Fahrgäste verdächtig vorgekommen waren. Ein dritter Täter ist weiter auf der Flucht.

In Westmecklenburg gibt es seit etwa einem Jahr immer wieder solche Angriffe. Im Juni hatten Unbekannte rund 100 000 Euro in Schwerin erbeutet. Zuvor waren neben dem Fall in Lübz Geldautomaten in Picher, Gägelow, Grevesmühlen, Schwerin und Parchim gesprengt worden.

Der Prozess gegen den 18-Jährigen wurde vor dem Amtsgericht Potsdam geführt, weil bei Heranwachsenden nicht der Tatort, sondern der Wohnort des Angeklagten für die Zuständigkeit des Gerichts entscheidend ist.

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