Fliegerbombe

Bombenentschärfung in Potsdam: Das müssen Sie wissen

In Potsdam laufen die Vorbereitungen zur Entschärfung einer Fliegerbombe an. Alle Infos über Sperrkreis und den Straßensperrungen.

Potsdam. Einen Tag vor der Entschärfung einer 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Potsdamer Innenstadt haben die Vorbereitungen für Evakuierungen begonnen. In dem etwa 800 Meter großen Sperrkreis um den Fundort auf dem ehemaligen Tramdepot liegen die Staatskanzlei, mehrere Ministerien, das Präsidium der Bundespolizei sowie das Märkische Druckzentrum mit der Redaktion der „Märkischen Allgemeinen“.

Grafik vergrößern

Zudem müssen am Freitagmorgen zwei Pflegeheime und eine Kindertagesstätte geräumt werden. Rund 3000 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen. Der Blindgänger ist leicht deformiert und müsse je nach Zustand entschärft oder gesprengt werden, sagte Stadtsprecherin Christine Homann am Donnerstag. Da Sprengmeister Mike Schwitzke im Urlaub sei, übernehme Sprengmeister Klaus Schulze die Entschärfung.

Während der Räumung sind etwa 200 Helfer der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei im Einsatz, um den Sperrkreis abzusichern. Alle Anwohner sollten das Gebiet bis 7.30 Uhr selbstständig verlassen, sagte Homann. Störer, die sich unrechtmäßig im Sperrkreis aufhielten, müssten mit einem Bußgeld bis zu 5000 Euro rechnen.

Während der Bombenentschärfung wird der Bahnverkehr zwischen dem Hauptbahnhof und dem S-Bahnhof Babelsberg unterbrochen. Auch zahlreiche Straßenbahn- und Buslinien verkehren nicht.

Homeoffice auch für Justizminister Ludwig

Für die Mitarbeiter der Staatskanzlei und der Ministerien im Sperrkreis wurde für Freitag Homeoffice angeordnet. Dies gelte auch für Justizminister Stefan Ludwig (Linke) der keine auswärtigen Termine habe, sagte eine Ministeriumssprecherin. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sei am Morgen zu einem Fernsehinterview in Templin (Uckermark) und anschließend auf Terminen in Berlin, berichtete Regierungssprecher Florian Engels. „Insofern ist er von den Evakuierungsmaßnahmen nicht betroffen.“

Auch die Bundespolizei muss ihr Präsidium während der Entschärfung vorübergehend räumen. Nähere Angaben machte Präsidiumssprecher Gero von Vegesack aus Sicherheitsgründen nicht. „Die Arbeitsfähigkeit des Bundespolizeipräsidiums wird sichergestellt sein“, betonte er.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.