Schweinezucht in Neuzelle

Ferkel offenbar auf den Boden geschlagen und getötet

In einem Zuchtbetrieb in Brandenburg sollen Mitarbeiter Ferkel auf brutale Weise getötet haben. Tierschützer stellten Strafanzeige.

Das Vorgehen der Mitarbeiter wurde mit versteckter Kamera gefilmt

Das Vorgehen der Mitarbeiter wurde mit versteckter Kamera gefilmt

Foto: Animal Rights Watch

Neuzelle. Die Bilder verstören und machen sprachlos. Aufnahmen, die aus einem Schweinestall in Neuzelle (Brandenburg) stammen sollen, zeigen Mitarbeiter, die Ferkel aus den Schweinebuchten nehmen und ihre Schädel an den Kanten der Buchten oder auf dem Boden zertrümmern. Einige Tiere sind nicht sofort tot und zappeln noch einige Zeit auf dem Boden.

Die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (Ariwa), die bereits in der Vergangenheit Videomaterial mit Tierschutzverstößen veröffentlichte, hat das Vorgehen Anfang Juni in dem Betrieb gefilmt. Dazu wurden in dem Schweinestall heimlich Kameras angebracht.

„Kleine und schwächere Ferkel werden weiter systematisch und tagtäglich in der deutschen Schweineindustrie getötet, weil ihre intensivere Aufzucht bei nur wenigen Euro Gewinnspanne pro Ferkel keinen Profit erwarten lässt“, schreiben die Tierschützer auf ihrer Seite. Das Magazin „Brisant“ der ARD und der RBB berichteten mit Filmmaterial von Animal Rights Watch über das brutale Vorgehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat die Organisation Strafanzeige gestellt.

Brandenburger Bauernverband entsetzt

Das von den Vorwürfen betroffene Unternehmen, die Agrargenossenschaft Neuzelle eG (Oder-Spree), distanzierte sich von Verstößen gegen das Tierwohl. „Wenn es Zuwiderhandlungen durch Mitarbeiter gab, bedauern wir das zutiefst. Eventuelle Verstöße werden geahndet“, hieß es in einer Mitteilung. Man sei in der vergangenen Woche vom Veterinäramt informiert worden, dass Anzeige erstattet worden sei. Die rund 140 Mitarbeiter seien angewiesen, alle Vorschriften einzuhalten. Weiter heißt es: "Den Tieren wäre schneller geholfen, wenn eine Mitteilung direkt an uns erfolgt wäre. Sie können sich darauf verlassen, dass wir das Problem sofort aufgegriffen und abgestellt hätten."

Der Brandenburger Bauernverband zeigte sich entsetzt über die tierschutzwidrige Tötung der Ferkel in Neuzelle. „Die im ARD und RBB veröffentlichten Aufnahmen aus einem Brandenburger Schweinestall, wo Mitarbeiter kleine Ferkel töten, in dem sie diese auf den Boden schlagen, verstören zutiefst auch die Brandenburger Landwirte“, erklärte der Landesverband am Dienstag. „Dies widerspricht sowohl dem Tierschutzgesetz als auch unserem ethischen Empfinden.“ Seminare sollten nun gesetzliche Vorgaben vermitteln.

Das zuständige Verbraucherschutzministerium in Potsdam erklärte, man gehe davon aus, dass die Mehrzahl der Betriebe im Land sich dem Tierschutz verpflichtet fühle. Im konkreten Fall müsse abgewartet werden, was die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erbrächten.

Warnung: Die Fotos in der Galerie könnten einige Personen als verstörend empfinden.