Brandenburg

Polizist schießt randalierenden Mann nieder

In Lauchhammer geht ein 24 Jahre alter Asylbewerber mit einem Messer auf einen Polizisten los. Dieser greift zur Waffe.

Ein Polizist hat am Dienstagnachmittag im brandenburgischen Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz einen 24 Jahre alten Asylbewerber aus dem Tschad angeschossen. Wie die Polizei mitteilte, habe es gegen 14.37 Uhr einen Notruf gegeben, wonach ein Bewohner einer Asylbewerberunterkunft an der Lindenstraße mit einer Holzlatte „alles kurz und klein“ schlage. Als die Beamten gegen 14.51 dort eintrafen, griff der 24-Jährige einen Polizisten mit einem Messer an.

Asylbewerber ist der Polizei bereits bekannt

Er wurde mehrmals aufgefordert, dies zu unterlassen – kam dem aber nicht nach. Daraufhin schoss der Beamte den Angreifer an und traf ihn dabei an der Schulter. Der Mann war ansprechbar, wurde noch am Einsatzort ärztlich versorgt und dann in ein Krankenhaus in der Nähe gebracht. Er konnte allerdings zu dem Vorfall noch nicht befragt werden. Der Polizei ist der angeschossene Asylbewerber bereits bekannt – er ist wegen gefährlicher Körperverletzung aufgefallen. Die weiteren Ermittlungen hat nun die Kriminalpolizei übernommen. Kriminaltechniker sicherten am späten Dienstagnachmittag Spuren am Tatort. „Wir müssen die Ermittlungsergebnisse noch abwarten, aber der Verdacht richtet sich bisher hauptsächlich gegen den Angreifer“, sagte ein Sprecher der Brandenburger Polizei. Auf den Asylbewerber könnten Strafen wegen Sachbeschädigung, des Verdachts auf versuchte gefährliche Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte warten.

Mordkommission ermittelt, ob Schuss gerechtfertigt war

Wie üblich, wenn ein Beamter von seiner Schusswaffe Gebrauch macht, ermittelt die Mordkommission, ob dies gerechtfertigt war. Es wird überprüft, ob sich der Beamte aus Notwehr verteidigt hat, und ob die Voraussetzungen für den Gebrauch gegeben waren.

Da die Polizei nach dem Notruf von einer „Gefahr für Leib und Leben“ ausgegangen war, sind die Beamten sofort mit Blaulicht und Martinshorn angerückt und brauchten nur 14 Minuten, bis sie an der Asylbewerberunterkunft ankamen. „Unsere durchschnittliche Interventionszeit beträgt 16 Minuten“, sagt ein Polizeisprecher.

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