Cottbus

Nach Messerangriff: Gericht verurteilt jugendliche Syrer

Arrest und soziale Arbeit: Zwei junge Syrer sind in Cottbus verurteilt worden. Sie hatten einen 16-Jährigen mit einem Messer verletzt.

Cottbus. Nach dem Messerangriff an einer Straßenbahn in Cottbus hat das Amtsgericht Cottbus zwei Jugendliche schuldig gesprochen. Ein zur Tatzeit 16-Jähriger muss unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung für 16 Tage in Jugendarrest und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, wie das Amtsgericht Cottbus am Mittwoch mitteilte.

Ein zur Tatzeit 15-Jähriger wurde unter anderem wegen gemeinschaftlicher Nötigung zu 20 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt. Beide Syrer wurden zudem von einer Jugendrichterin verpflichtet, der Schulpflicht nachzukommen und Hilfen zur Erziehung anzunehmen.

Die beiden Flüchtlinge hatten Mitte Januar einen laut Polizei 16-jährigen Deutschen angegriffen. Das Opfer erlitt laut Anklage Schnittverletzungen im Gesicht und an der rechten Hand. Der Fall hatte damals als einer der Höhepunkte der Auseinandersetzungen in Cottbus für großes Aufsehen gesorgt.

Lage in Cottbus hat sich beruhigt

Inzwischen hat sich die Situation aus Sicht der Polizei verbessert. Die Leiterin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, Bettina Groß, sagte am Mittwoch: „Die Lage hat sich beruhigt.“ Sie führte das auch auf aufgestockte Kontrollen in der Innenstadt zurück. Diese sollen weiterhin erhalten bleiben, wie es hieß.

In Cottbus war es im Januar geballt zu Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen gekommen. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte daraufhin verfügt, dass zunächst keine Flüchtlinge mehr aus der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt nach Cottbus verteilt werden.

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