Andreas Kalbitz

Brandenburgs AfD-Chef hatte Kontakte zu Neonazi-Organisation

2007 war der heutige Brandenburger AfD-Chef Gast der inzwischen verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend“. Ein Problem sieht er nicht.

Andreas Kalbitz konnte sich zunächst nicht an seinen Besuch bei der HDJ erinnern

Andreas Kalbitz konnte sich zunächst nicht an seinen Besuch bei der HDJ erinnern

Foto: dpa

Berlin.  Brandenburgs AfD-Landeschef Andreas Kalbitz hat nach einem ARD-Bericht mit der rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) in Verbindung gestanden. Kalbitz habe 2007 an einem sogenannten Pfingstlager der inzwischen verbotenen Organisation teilgenommen, berichtete das RBB-Magazin „Kontraste“. Das belegten Fotos und Filmaufnahmen, die dem Sender vorliegen.

Kalbitz hatte dem Magazin zunächst auf Nachfrage mitgeteilt: "Eine Teilnahme an dieser Veranstaltung der HDJ vor elf Jahren ist mir nicht mehr erinnerlich, aber nicht ausgeschlossen, da ich eine Vielzahl verschiedenster Veranstaltungen besucht habe." Anhänger der HDJ sei er nicht gewesen.

Mit den Fotos konfrontiert, räumte Kalbitz dann seine Teilnahme am Pfingstlager gegenüber dem RBB ein. "Ich war als Gast dort, mutmaßlich, um mir das mal anzuschauen. Ich sehe da kein Problem."

Kalbitz: Pfingstlager war "uninteressant"

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte Kalbitz, es habe sich um einen Informationsbesuch gehandelt. Ihm sei damals nicht klar gewesen, dass der Verein vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft war. Er habe die Veranstaltung eher als uninteressant empfunden und sei deshalb auch nicht dort aktiv geworden. Zugleich bekräftigte er, dass der Besuch nichts an seinem Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung ändere.

Die Parteispitze sieht in dem Bericht nach Angaben von Sprecher Christian Lüth keinen Anlass, sich selbst mit dem Thema zu befassen. Dass Kalbitz damals dort gewesen sei, „war bekannt“, sagte der Sprecher. Die Gruppe stehe nicht auf der Liste von Organisationen, bei denen eine frühere Mitgliedschaft die Aufnahme in die AfD verhindere. Diese „Unvereinbarkeitsliste“ orientiere sich an den jeweils aktuellen Verfassungsschutzberichten, fügte er hinzu. Kalbitz gehört dem Bundesvorstand der AfD seit dem vergangenen Dezember als Beisitzer an.

Die 1990 gegründete „Heimattreue Deutsche Jugend“ wurde 2009 vom Bundesinnenministerium wegen ihrer „aktiv-kämpferischen, aggressiven Grundhaltung“ verboten. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte 2010 das Verbot, weil die Ziele der HDJ sich eindeutig gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik richteten.

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