Prozess in Potsdam

Giftmord an Kleinkind: Lebenslange Haft gefordert

Mit Medikamenten soll der Angeklagte den kleinen Sohn seiner Lebensgefährtin getötet haben. Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft.

Im Prozess um den Giftmord an einem Kleinkind fordert die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe (Archiv)

Im Prozess um den Giftmord an einem Kleinkind fordert die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe (Archiv)

Foto: Uli Deck / dpa

Im Prozess um den Giftmord an einem eineinhalb Jahre alten Kind hat die Staatsanwaltschaft für den 37-jährigen Angeklagten die Höchststrafe gefordert. Der Mann solle laut dem Plädoyer wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, berichtete der Sprecher des Potsdamer Landgerichts, Sascha Beck, am Donnerstag. Der Potsdamer soll den eineinhalbjährigen Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin im März 2014 mit einem tödlichen Medikamentenmix vorsätzlich vergiftet haben.

Der Mann habe seine Ruhe vor dem oft schreienden Kind haben wollen, hatte der Staatsanwalt zum Motiv für die schreckliche Tat erklärt. Das Kind war ein Frühchen, das unter Krankheiten litt und daher oft schlecht einschlafen konnte. Der Angeklagte soll dem Kind mehrmals Medikamente zur Beruhigung gegeben haben, die ihm selbst verschrieben worden waren.

Die Nebenklage der Mutter forderte ebenfalls lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Das Plädoyer der Verteidigung wird am kommenden Montag erwartet. Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden.

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