Neuer Prüfung am 12. Juni

Mathe-Abitur in Brandenburg wird nachgeschrieben

Panne: Logarithmus-Aufgaben wurden zuvor nicht unterrichtet. 6000 Schüler können die Prüfung nun erneut ablegen.

Abiturprüfung

Abiturprüfung

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Potsdam.  Ein schwerwiegendes Versäumnis an 23 Schulen hat dazu geführt, dass ein Teil der Schüler wesentliche Aufgaben beim diesjährigen Mathe-Abitur nicht lösen konnte. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) gab am Freitag nach heftigen Protesten bekannt, dass alle rund 6000 brandenburgischen Schüler mit Mathematik im Abitur die Prüfungsarbeiten neu schreiben können – wenn sie es wollen. Als Termin für die neue Prüfung wurde der 12. Juni festgelegt.

Etliche Schüler hatten kritisiert, dass sie in den schriftlichen Prüfungen am 3. Mai Aufgaben zu Themen lösen sollten, die nicht im Unterricht behandelt wurden. Es ging um natürliche Logarithmusfunktionen. Die Sorgen und Befürchtungen der Schüler würden ernst genommen, betonte Baaske. Nach den Protesten befragte das Ministerium Schulen mit gymnasialer Oberstufe zum Mathe-Unterricht. Das Ergebnis: Von 137 Schulen, die an dem Zentralabitur teilgenommen hatten, gaben 23 an, den Stoff nicht behandelt zu haben. Das Thema gehöre seit August 2014 zum Rahmenlehrplan und hätte gelehrt werden müssen, unterstrich Baaske in einer Mitteilung.

Künftig soll es besser laufen, sagt der Bildungsminister

Mit den Lehrkräften werde nun besprochen, wie ähnliche Fälle künftig vermieden werden können, kündigte der Minister an. Alle Brandenburger Schulen erhalten in der kommenden Woche ein Informationsschreiben und ein Formblatt, mit dem sich interessierte Schüler zum neuen Prüfungstermin anmelden können. Allerdings müssen sich die Abiturienten schnell entscheiden, weil ihre bisherige Prüfungsarbeiten dann erst gar nicht bewertet wird. Es ist also nicht möglich, zunächst seine Note abzuwarten und sich dann zu melden. Zudem entscheidet der Prüfungsausschuss der Schulen über die Zulassung. Die neuen Aufgaben kommen aus dem Bestand des Landes, heißt es aus dem Ministerium.

Die Möglichkeit, den Bewertungsmaßstab für die geschriebene Arbeit nachträglich zu ändern, musste laut Baaske verworfen werden, weil die kritisierte Teilaufgabe einen großen Anteil an der Bewertung der Gesamtaufgabe ausmacht. Eine Vergleichbarkeit der Prüfungsleistungen wäre nicht mehr gewährleistet. Der Bildungs­experte der CDU-Landtagsfraktion, Gordon Hoffmann, forderte Baaske auf, "sein Haus in Ordnung zu bringen", und urteilte: "Wir haben es mit einem Aufsichtsversagen des Ministeriums zu tun – dort müssen jetzt auch die Konsequenzen gezogen werden." Hoffmann bedauerte den Vertrauensverlust in das Brandenburger Bildungssystem.

Der Chef der Lehrergewerkschaft GEW, Günther Fuchs, sagte der Berliner Morgenpost: "Die Fälle zeigen auch, welch hohe Verantwortung Fachkonferenzen und die Schulleitungen haben." Er fügte hinzu: "Es müssen aber auch die personellen Ressourcen bereitstehen."

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