Brandenburg

Hexenprozesse: Bernau rehabilitiert Folter- und Mordopfer

In der Stadt sollen von 1536 bis 1658 mindestens 25 Frauen und drei Männer als Hexen oder Zauberer verbrannt worden sein.

Vor allem Frauen wurden gequält und hingerichtet - das jahr 1617 war ein Höhepunkt

Vor allem Frauen wurden gequält und hingerichtet - das jahr 1617 war ein Höhepunkt

Foto: akg-images / akg

Die Stadt Bernau hat per Beschluss die Opfer der Hexenverfolgung rehabilitiert. Das erklärte Bürgermeister André Stahl (Linke) am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht der "Märkischen Oderzeitung" (Mittwoch). "Die Rehabilitierung der unschuldig gequälten und hingerichteten Opfer ist ein Akt im Geiste der Erinnerung und Versöhnung", heißt es im Beschluss der Stadtverordneten, den mehrere Fraktionen beantragt hatten. Seit 2005 steht neben dem Henkerhaus ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau.

Historiker Sören-Ole Gemski sagte: "Soweit nach Aktenlage bekannt ist, wurden in Bernau von 1536 bis 1658 etwa 25 Frauen und drei Männer als Hexen oder Zauberer verbrannt. Vermutlich war die Zahl aber größer." Im Jahr 1617 - also vor genau 400 Jahren - gab es den Erkenntnissen zufolge einen Höhepunkt der Verfolgungswelle.

Bernau habe sich in der ethischen Verpflichtung gesehen, den Opfern und ihren Familien im Namen der Menschenrechte ihre Ehre zurückzugeben, hieß es zur Begründung weiter. Die Stadt wolle ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen. "Auch in der Gegenwart führen Feindseligkeiten und Vorurteile, Gerüchte und Verdächtigungen gegen Menschen oft zu ihrer gesellschaftlichen Ächtung und Ausgrenzung", hieß es.

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