Tatort Rastplatz

Das sind die kuriosesten Planenschlitzer-Fälle

LKW parken auf dem Parkplatz an der Raststätte Michendorf Süd

LKW parken auf dem Parkplatz an der Raststätte Michendorf Süd

Foto: Nestor Bachmann / dpa

Es passiert meist auf Autobahnrastplätzen. Die Täter schneiden Planen auf, stehlen Waren von Lastern. Das sind die kuriosesten Fälle.

Es geht blitzschnell. Während der Brummi-Lenker in der Fahrerkabine ein Nickerchen macht, schlagen die Täter zu. Mit Messern schneiden sie die Abdeckungen des Lasters auf, klauen die Ladung und verschwinden im Schutze der Dunkelheit.

In der Nacht zu Sonntag stahlen sogenannte Planenschlitzer auf der Autobahn 9 (Berlin - Leipzig) auf einem Parkplatz palettenweise Kaugummi. Der Lkw-Fahrer bemerkte den Schaden erst am nächsten Morgen. Er beträgt mehrere Tausend Euro.

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Nur wenige Tage zuvor hatten Planenschlitzer auf einem A13-Rastplatz bei Groß Köris (Dahme Spreewald) zugeschlagen. Die Beute: Marken-Parfum verschiedener Hersteller. Auch in diesem Fall entstand ein Schaden von Tausenden von Euro. Selbst Babywindeln sind vor den Planenschlitzern nicht sicher. Mitte November stahlen Täter auf einem Rastplatz an der A2 bei Brandenburg an der Havel insgesamt drei Paletten von einem abgestellten Laster.

Doch nicht immer scheint den Tätern zu gefallen, was sich unter der Plane verbirgt. Auf einem Autohof in Herzsprung (Brandenburg) sahen Planenschlitzer Ende Oktober davon ab, Weihnachtsbäume von einem polnischen Sattelzug mitzunehmen. Vielleicht waren sie einfach noch nicht in Festtagsstimmung. Anders als ein Planenschlitzer Anfang Oktober auf dem Rastplatz Grebser Heide. Seine Beute: eine (!) Flasche Glühwein.

So oder so: Die Taten sind ein zunehmendes Problem für Speditionen und die Versicherungen. Auf rund 300 Millionen Euro schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den jährlichen Schaden. Genaue Angaben sind schwierig, da von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird. Oftmals zeigen die Betroffenen eine Tat gar nicht an, weil sie nicht als „unsicheres“ Unternehmen gelten wollen oder steigende Versicherungsbeiträge fürchten, heißt es bei der Polizei.

( BM )