Bürgermeisterwahl

Duell zwischen Grubert und Bastians in Kleinmachnow

Kleinmachnow wählt einen neuen Bürgermeister: Uda Bastians fordert Amtsinhaber Michael Grubert heraus.

Seine Amtszeit endet im April 2017: Michael Grubert will Bürgermeister bleiben

Seine Amtszeit endet im April 2017: Michael Grubert will Bürgermeister bleiben

Foto: privat

Kleinmachnow.  Am kommenden Sonntag sind rund 16.400 Kleinmachnower zur Wahl aufgerufen und entscheiden darüber, ob ihre Gemeinde südwestlich von Berlin eine neue Bürgermeisterin bekommt oder ob es beim Bürgermeister bleibt. Denn gegen Amtsinhaber Michael Grubert (SPD) tritt lediglich die 44 Jahre alte Uda Bastians an. Nominiert wurde sie von CDU und FDP.

Vor seinem Amtsantritt 2009 musste sich Grubert noch gegen fünf Gegenkandidaten durchsetzen. Der damalige Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft konnte die Stichwahl mit dem Linken-Kandidaten für sich entscheiden. Dieses Mal bekommt der 57-jährige Amtsinhaber die Unterstützung der Linken. Sie schicken keinen Herausforderer ins Rennen. Die Bündnisgrünen hingegen halten sich mit einer Wahlempfehlung zurück.

Der eine zurückhaltend, die andere eloquent

Schon der Blick auf die Homepage der Kontrahenten um den Rathaus-Chefposten verrät einiges: Die beiden Juristen Uda Bastians und Michael Grubert präsentierten sich dort sehr unterschiedlich. Der zurückhaltende Michael Grubert schaut auf dem kleinen Foto fast ein wenig schüchtern aus. In Schreibschrift wendet er sich an die „lieben Kleinmachnowerinnen und Kleinmachnower“. Sein erster Satz: „Seit fast acht Jahren bin ich Ihr Bürgermeister und habe an meiner Arbeit viel Freude.“

Unterschiedliche Kandidaten

Die Herausforderin hat dagegen ein großes Foto von sich auf die Seite stellen lassen – mit breitem Lächeln und selbstbewusstem Gesichtsausdruck. Daneben steht: „Dr. Uda Bastians. Ihre Bürgermeisterin für Kleinmachnow. Denn Kleinmachnow kann mehr.“ Das ist auch ihre Hauptbotschaft in diesem Wahlkampf: Unter Grubert bleibe die an Zehlendorf angrenzende beliebte Wohngemeinde unter ihren Möglichkeiten. „Was ich in diesen Jahren erlebt habe, ist ein zaudernder Bürgermeister, der stets versucht, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, aber wenig eigenen Gestaltungswillen erkennen lässt“, begründet die gebürtige Osnabrückerin ihre Kandidatur. Derzeit ist sie beim Deutschen Städtetag als Referentin tätig. Vor zehn Jahren war sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern von Berlin nach Kleinmachnow gezogen.

„Als Ihre Bürgermeisterin möchte ich mehr sein als ein reiner Verwalter“, verspricht sie. „Alle sollen ihre Ideen, ihr Wissen und ihr Engagement besser einbringen können als bisher. Ich stelle mir dazu zum Beispiel Zukunftskonferenzen zur Ortsentwicklung vor“, so die Kandidatin zur Berliner Morgenpost. Sie kritisiert: „Der Bürgermeister nutzt auch die Digitalisierung zu wenig.“

Sie selbst schon: Uda Bastians ist auf Facebook vertreten und wirbt auf einem Video für die Wahl am Sonntag. Und ihre sonstigen Ziele? Sie setzt sich für eine zweite öffentliche Gesamtschule in der Region ein, mehr Freizeit- und Sportangebote und höhere Busfrequenzen. Die geplanten bis zu 270 neuen Wohnungen am Stahnsdorfer Damm sieht sie skeptisch. Statt preiswertem Wohnraum an der Peripherie sollten ihrer Ansicht nach Seniorenwohnungen im Zentrum gebaut werden.

Bürgermeister Grubert profitiert vom Amtsbonus

So viel Frauenpower ist durchaus eine Herausforderung für den bisherigen Bürgermeister. Dennoch gibt er sich gelassen. Kleinmachnow biete inzwischen eine Schullandschaft, die alle Wünsche erfülle, so Grubert. Die Kammerspiele wurden gerettet, Wartezeiten im Bürgerbüro gebe es nicht. Grubert hat mit seiner sympathischen Art durchaus Chancen, wiedergewählt zu werden. Zudem profitiert er von seinem Amtsbonus.

Das Duell zwischen Michael Grubert und Uda Bastians

Es wird also ein spannendes Duell. Auch Michael Grubert ist kein gebürtiger Kleinmachnower. Der vierfache Familienvater wurde in Djakarta geboren und wuchs unter anderem in Kapstadt auf. Auch er lebte in Berlin, ehe er in die brandenburgische Speckgürtelgemeinde zog.

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