Potsdam/Schönefeld

Woidke dringt auf erweitertes Nachtflugverbot

Brandenburgs Regierungschef hofft auf mehr Entgegenkommen der künftigen Regierungskoalition in Berlin

Potsdam/Schönefeld.  Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) setzt nach Bildung der neuen Regierung in Berlin auf ein größeres Entgegenkommen bei der Ausweitung des Nachtflugverbots am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld. „Mit der künftigen Koalition wird dieses Ziel aller Voraussicht nach besser zu erreichen sein als mit der bisherigen“, zeigte sich der Regierungschef am Montag vor dem BER-Sonderausschuss im Potsdamer Landtag optimistisch. Die bisherige rot-schwarze Regierung in Berlin hatte sich stets vehement gegen eine Verschärfung des Nachtflugsverbots ausgesprochen.

Allerdings will Woidke zum Schutz der Anwohner nicht ein rigoroses Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr fordern. Er kündigte lediglich an, sich erneut für den schon einmal angepeilten Kompromiss einsetzen zu wollen: nämlich für eine Stunde Nachtruhe mehr – bis 6 Uhr. Derzeit ist eine Flugpause von Mitternacht bis 5 Uhr vorgesehen. „Wir gehen mit den Erwartungen in neue Verhandlungen, dass sich in Berlin erst einmal der politische Wille ändert“, so der Regierungschef. Zugleich machte er deutlich: „Wir werden versuchen, das Beste dabei herauszuholen. Die künftigen Nachtflugregelungen dürfen aber nicht auf Kosten der Wirtschaftlichkeit gehen.“

Wann der BER endlich eröffnen kann, war bei der Aufsichtsratsitzung am vorigen Freitag erneut offen geblieben. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld kündigte vor dem Ausschuss an: „Anfang November werden wir in der Lage sein, den sechsten und damit letzten Nachtrag zur Baugenehmigung für die Restarbeiten abzugeben.“ Ob mit dieser Genehmigung noch in diesem Jahr oder erst im nächsten Jahr zu rechnen ist, sei offen. „Dies hängt nicht nur vom Bauordnungsamt ab“, sagte Mühlenfeld. „Es sind auch Stellungnahmen von anderen Behörden einzuholen. Diese haben zwischen vier und sechs Monaten dafür Zeit.“ Erst danach werde der Termin für die Eröffnung des BER genannt. Derzeitiges Ziel sei im Sommer 2017 die technische Inbetriebnahme des Flughafens. Daran würde sich dann der umfangreiche Probebetrieb anschließen.

Technische Panne: Fenster lassen sich nicht öffnen

Derzeit arbeiten laut Flughafenchef Mühlenfeld zwischen 600 und 700 Mitarbeiter auf der Baustelle. Teilweise werde sechs Tage die Woche im erweiterten Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Eine Eröffnung bis Ende 2017 hält Mühlenfeld noch für möglich. Komplikationen seien aber nicht auszuschließen. So habe sich zum Beispiel herausgestellt, dass die Elektromotoren, mit denen die Fenster im Terminalgebäude geöffnet und geschlossen werden, bei mehr als 30 Grad nicht funktionieren. „Wir werden jetzt alles austauschen“, sagte Mühlenfeld.