Sexuelle Übergriffe

Rotes Kreuz geht Vorwürfen gegen Flüchtlingsheim nach

Schwere Vorwürfe gegen ein Flüchtlingsheim in Potsdam: Ein Mitarbeiter soll sich weiblichen Flüchtlingen sexuell angenähert haben.

Anonymes Schreiben: Weibliche Flüchtlinge sollen in einem Flüchtlingsheim in Potsdam sexuell belästigt worden sein

Anonymes Schreiben: Weibliche Flüchtlinge sollen in einem Flüchtlingsheim in Potsdam sexuell belästigt worden sein

Foto: Boris Roessler / dpa

Potsdam Ein Mitarbeiter eines Flüchtlingsheimes des Deutschen Roten Kreuzes in Potsdam soll sich einem anonymen Brief zufolge weiblichen Flüchtlingen sexuell angenähert haben. In dem Schreiben ist von „wiederholten sexuellen Handlungen“ des Hausbetreuers mit „weiblichen Schutzbefohlenen“ die Rede, womit wohl geflüchtete Frauen gemeint sind. „Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst“, sagte am Mittwoch eine DRK-Sprecherin. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet.

Man werde den Vorgang „lückenlos aufklären“, sagte die Sprecherin. Im Gespräch mit Mitarbeitern solle auch geklärt werden, was genau mit „sexuellen Handlungen“ gemeint sei. Das an die Führung des DRK-Landesverbands und an DRK-Präsident Rudolf Seiters geschickte Schreiben soll angeblich von Mitarbeitern stammen. Der Leitung der Erstaufnahme werden darin „Billigung und Vertuschung“ der Vorfälle vorgeworfen. Auch werden dem Heim in dem Brief massive Versäumnisse bei Seuchenvorsorge und Sicherheitsstandards zur Last gelegt. Der Hausbetreuer, dem in dem Schreiben sexuelle Handlungen vorgeworfen werden, ist derzeit krankgeschrieben, wie das DRK weiter bestätigte. Ferner habe der Leiter des Heimes kurzfristig Urlaub genommen. Beides gelte bis zur Klärung des Geschehens. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Erhalt des Schreibens, das vom DRK weitergeleitet worden sei. „Wir prüfen jetzt den Inhalt des Schreibens, ob sich ein Anfangsverdacht bestätigt.“

Die innenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Grüne im Brandenburger Landtag, Ursula Nonnemacher, fordert vom zuständigen Innenministerium die Aufklärung der neuen Vorwürfe mit höchster Priorität voranzutreiben. Sexuelle Übergriffe sind völlig inakzeptabel ganz gleich, ob sie sich gegen Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes oder gegen Geflüchtete richten“, sagte sie. Sie erneuerte ihre Forderung nach Einrichtung von Anlaufstellen für gewaltbedrohte Frauen und Kinder. Sie soll es direkt in den Flüchtlingsheimen geben.