Bedrohung

Höhere Aufklärung bei Stalking-Fällen in Brandenburg

Daueranrufe vom verschmähten Partner nach dem Liebes-Aus nerven nicht nur. Sie werden schnell zur Bedrohung.

Das Bundeskabinett will am Mittwoch über härtere Strafen für Stalker beraten

Das Bundeskabinett will am Mittwoch über härtere Strafen für Stalker beraten

Foto: Angelika Warmuth / dpa

In Brandenburg ist die Zahl der angezeigten Stalking-Fälle leicht zurückgegangen. Zugleich ist die Aufklärungsquote weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr seien 1114 Anzeigen registriert worden, 1195 waren es im Jahr zuvor, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium auf Anfrage mit. Die Aufklärungsquote sei in dem Zeitraum von 89 auf 92 Prozent gestiegen.

Das Bundeskabinett will am Mittwoch über härtere Strafen für Stalker beraten. Der Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas (SPD) sieht vor, dass Nachstellungen nicht länger schwerwiegende Beeinträchtigungen des Lebens verursacht haben müssen. „Es darf nicht sein, dass man zum Beispiel erst umziehen muss, damit ein Stalker strafrechtlich belangt werden kann“, sagte der Minister.

Stalking ist seit 2007 eine Straftat. Bis zu drei Jahre Haft sind möglich, wenn das Opfer in seiner „Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt“ wird. Meist sind Frauen betroffen. Nach Angaben des Justizministeriums in Potsdam gab es im Vorjahr vier Verurteilungen wegen Nachstellungen nach Paragraf 238. Insgesamt standen 21 Angeklagte in diesem Zusammenhang vor Gericht, bei denen das Verfahren durch Urteil oder Einstellungsbeschluss beendet wurde.

Opfer benötigten meist professionelle Hilfe

Die Opfer benötigten meist professionelle Hilfe, sagte der Brandenburger Polizeisprecher. Die Polizei vermittle unter anderem durch Ermittler vor Ort oder die Opferschutzbeauftragten Kontakte zu Beratungsstellen und Hilfsorganisationen.

Den Angaben nach können auch über die Gerichte Verfügungen gegenüber den Tätern erwirkt werden. Sie dürfen sich dann beispielsweise ihren Opfern nicht persönlich nähern, zu ihnen Kontakt aufnehmen oder sich in sozialen Netzwerken über sie äußern.

Die Polizei könne den Täter auch persönlich ansprechen und auffordern, bestimmte Handlungen zu unterlassen, sagte der Sprecher. Werde das nicht beachtet, würden Konsequenzen angedroht.

Die Täter terrorisieren andere Menschen mit unzähligen Anrufen, lauern ihnen auf oder spionieren sie aus. Der Begriff Stalking kommt aus dem Englischen und bedeutet etwa „anpirschen“.