Straßenverkehr

Ein Toter und 119 Verletzte bei Unfällen in Brandenburg

Bei mehreren Unfällen in Brandenburg sind am Wochenende zahlreiche Menschen verletzt worden. Ein Lkw-Fahrer starb.

Bei einem dramatischen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 1 östlich von Berlin ist am späten Sonntagabend ein Lastzugfahrer ums Leben gekommen. Ein junger Autofahrer wurde lebensgefährlich verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Berliner Krankenhaus geflogen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, ereignete sich der folgenschwere Unfall kurz vor Mitternacht auf der neuen Ortsumfahrung von Herzfelde bei Rüdersdorf (Märkisch-Oderland). Die genaue Ursache für den tödlichen Zusammenprall war auch am Montag noch nicht geklärt. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war ein 18-Jähriger mit seinem Renault auf die Gegenfahrbahn der Bundesstraße geraten. Dort war ein 56-Jähriger mit seinem schweren Lastzug unterwegs.

Offenbar versuchte der Lastzugfahrer noch, dem auf ihn zukommenden Wagen auszuweichen. Er konnte einen Zusammenprall aber nicht mehr verhindern. In der Folge kam der Lkw von der Straße ab und schoss eine etwa fünf Meter tiefe Böschung hinunter. Das tonnenschwere Fahrzeug kippte auf die Seite. Dabei verschob sich der Auflieger, und das geladene Recyclingmaterial drückte auf das Fahrerhaus. Dieses wurde stark zerquetscht, der 56-Jährige am Steuer hatte keine Chance. Er wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Feuerwehr schneidet Dach des Unfallwagens auf

Die Berliner Feuerwehr schickte einen Kran, mit dem das Lastzugwrack angehoben wurde, sodass auch der tödlich verunglückte Mann geborgen werden konnte. Auch der Renault des 18-Jährigen kam bei der Karambolage von der Straße ab. Der junge Fahrer wurde ebenfalls in dem Wrack eingeklemmt. Die Feuerwehr musste das Dach aufschneiden, um den Verletzten bergen zu können. Die Bundesstraße war bis in die frühen Morgenstunden für die Bergungs- und Aufräumarbeiten sowie die Unfallursachenuntersuchung durch die Polizei gesperrt. Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf etwa 100.000 Euro. 50 Feuerwehrleute waren am Unglücksort im Einsatz.

Der dritte und letzte Bauabschnitt der Ortsumgehung Herzfelde ist gerade erst fertiggestellt worden. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) hatte den Abschnitt am vergangenen Donnerstag offiziell für den Verkehr freigegeben. Tatsächlich wurde die Straße aber schon einige Tage früher befahren. Die B1 ist eine wichtige Verbindung zwischen Berlin und Polen. Sie erschließt touristische Gebiete wie den Oderbruch und die Märkische Schweiz. „Mit der Fertigstellung verkürzen sich die Fahrzeiten für alle, die hier unterwegs sind. Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Herzfelde verbessert sich die Lebensqualität, denn der Ortskern wird vom Verkehr erheblich entlastet“, hatte die Ministerin gesagt. Die Trasse ist 4,4 Kilometer lang. Die Baukosten beliefen sich auf 18,5 Millionen Euro.

Der Lastzugfahrer war am Wochenende der einzige Verkehrstote in Brandenburg. Allerdings gab es nach Angaben der Polizei 119 Verletzte bei 519 Unfällen, die sich von Freitag bis Sonntag landesweit ereignet haben.

Am Sonnabendnachmittag forderte ein Unfall in Schwielowsee sieben Verletzte. Ein 69-jähriger Mercedes- Fahrer war nach Angaben der Polizei auf der Kreisstraße 6909 in Richtung Caputh unterwegs. Aus noch nicht geklärter Ursache kam der Potsdamer plötzlich nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem entgegenkommenden Citroën. Der 69-jährige Mann stand unter Schock, seine 86-jährige Beifahrerin wurde mit Schmerzen in der Brust in ein Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei weiter mit. Der 38 Jahre alte Citroën-Fahrer, die 41-jährige Beifahrerin sowie drei Kinder im Alter von vier, neun und 16 Jahren wurden leicht verletzt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden wird mit rund 8000 Euro beziffert.

Gespann prallt gegen Baum: Wohnwagen überschlägt sich

Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich Montagnachmittag gegen 13.10 Uhr. Am Ortsausgang Kyritz kam auf der Landesstraße 14 in Richtung Wittstock ein Auto mit Wohnwagen von der Fahrbahn ab. Das Gespann prallte gegen einen Baum und der Pkw überschlug sich. Dabei wurde der Wohnanhänger abgerissen, dessen vorderer Teil wurde komplett zerstört. Die vier Fahrzeuginsassen – zwei Männer und zwei Frauen im Alter von 25 bis 33 Jahren – wurden bei dem Unfall verletzt.