Kindermörder-Prozess

"Kinder liegen ihm" - Das sagen Zeugen über Silvio S.

Beim Prozess gegen Silvio S. sind Freund und Ex-Freund seiner Schwester zu Wort gekommen. Sie beschreiben ihn als "Muttersöhnchen".

Justizbeamte bringen Silvio S. in den Saal des Landgerichtes

Justizbeamte bringen Silvio S. in den Saal des Landgerichtes

Foto: Bernd Settnik / dpa/picture alliance

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. ist dem Freund seiner Schwester zufolge immer ein „Muttersöhnchen“ gewesen. „In diesem Alter sollte man wissen, was man will, und weiter sein, so familienmäßig“, sagte der Zeuge am Dienstag beim Landgericht Potsdam über den 33-Jährigen. Bei den wenigen Treffen, zu denen er S. gesehen habe, sei er sehr still gewesen.

Der Angeklagte habe immer getan, was seine Mutter ihm angeordnet habe, sagte der 24-Jährige. Im Umgang mit Kindern habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Keiner in der Familie habe vermutet, dass Silvio in die Fälle der vermissten Jungen Elias (6) und Mohamed (4) verwickelt gewesen sei. „Ich war sprachlos. Seine Schwester auch.“ Dem Angeklagten wird vorgeworfen, 2015 nacheinander die beiden Kinder entführt und umgebracht zu haben.

Nach den Worten eines Ex-Freundes (36) der Schwester von S. war der Angeklagte schüchtern, konnte aber mit Kindern gut umgehen. „Bei Dorffesten sind sie auf ihn zugegangen. Er hat mit ihnen gespielt. Kinder liegen ihm.“ Er vermute, dass auch fremde Kinder schnell Zutrauen zu S. fassen könnten.