Bilanz 2015

Brandenburg verkauft 100 Hektar alte Militärflächen

Seit Abzug der Sowjetarmee bemüht sich die Landesregierung um eine zivile Nutzung der teils hoch verminten Areale.

Stacheldraht und ein rostiges Tor versperren in Sperenberg (Landkreis Teltow/Fläming) die Zufahrt zum früheren Flugplatz

Stacheldraht und ein rostiges Tor versperren in Sperenberg (Landkreis Teltow/Fläming) die Zufahrt zum früheren Flugplatz

Foto: Soeren Stache / dpa

Das Land Brandenburg hat im vergangenen Jahr knapp 100 Hektar ehemalige Militärflächen an private Investoren und zwei Stiftungen verkauft. Dies teilte das Finanzministerium zum Auftakt des sogenannten Konversionssommers am Donnerstag mit.

Demnach ging als größtes Objekt die ehemalige Kaserne Schwanebecker Chaussee in Bernau (Barnim) an einen Investor, der auf dem 35 Hektar großen Gelände Wohnungen bauen und Gewerbe ansiedeln will.

Insgesamt hat das Land im vergangenen Jahr 23 frühere Militärflächen für 4,2 Millionen Euro verkauft. Mit der alljährlichen Veranstaltungsreihe „Konversionssommer“ will das Land die zivile Nutzung von einstigen Kasernen, Übungsplätzen oder Flugfeldern vorantreiben.

90 Prozent der Flächen neu genutzt

So werden mittlerweile mehr als 90 Prozent der 100.000 Hektar alter Militärflächen neu genutzt - für Schulen und Hochschulen, Wohnungen, Technologiezentren und große Naherholungsgebiete. Von Jahr zu Jahr werde es aber schwerer, Käufer für die Grundstücke zu finden, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) bei der Auftaktveranstaltung in Waldstadt Wünsdorf (Teltow-Fläming). „Es sind eben keine Filetstücke mehr, die noch auf eine neue Bestimmung warten“, sagte er. „In der Regel sind es Flächen, die wegen ihrer hohen Belastung mit Munition und Schadstoffen besonders problematisch sind.“

Neben der Bernauer Kaserne ging ein zwölf Hektar großes Grundstück im Bereich der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück an die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Die Stiftung Naturlandschaften kaufte gut fünf Hektar des einstigen Truppenübungsplatzes Jüterbog-West und knapp 20 Hektar eines früheren Tanklagers.

Auch in diesem Jahr wirbt die Landesregierung mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Führungen für die Konversion. Insgesamt hat die Landesregierung durch die Verkäufe seit 1994 rund 300 Millionen Euro eingenommen.