Brandenburg

Schüler werden aus der Luft mit Insektizid besprüht

Ein Hubschrauber setzte ein Mittel gegen Schädlinge ein. Dabei sind zwei Kinder auf dem Weg zur Schule regelrecht durchtränkt worden.

Hier versprüht ein Hubschrauber über dem Forst bei Kemnitz (Teltow-Fläming) nahe Berlin Insektizide

Hier versprüht ein Hubschrauber über dem Forst bei Kemnitz (Teltow-Fläming) nahe Berlin Insektizide

Foto: Bernd Settnik / ZB

Bei einer großflächigen Schädlingsbekämpfung sind in der Nähe von Pritzwalk, im äußersten Nordwesten Brandenburgs, versehentlich zwei Schüler von Insektizid getroffen worden.

Eine Sprecherin des Landkreises Prignitz sagte am Mittwoch, dass die beiden am Dienstag auf ihrem Weg zum Unterricht waren, als sie das von einem Hubschrauber aus der Luft versprühte Mittel Dipel ES abbekamen. Zuerst hatte die „Märkischen Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. Das Insektizid sollte den Eichenprozessionsspinner bekämpfen.

Laut „MAZ“ waren die Betroffenen 12 und 15 Jahre alt. „Sie waren richtig durchtränkt“, empörte sich die Mutter eines Betroffenen. Details zu den Schülern waren zunächst nicht zu erfahren.

Bevölkerung wird durch Schilder gewarnt

Mit Dipel ES lediglich in Berührung zu kommen, sei nicht gesundheitsgefährdend, sagte Jan Waldmann vom Gesundheitsamt des Landkreises. Auch die Raupen stürben erst, nachdem sie die benetzten Blätter gefressen hätten. „Das Unangenehmste für den Menschen ist der Wassernebel“, so Waldmann. Während der Sprühaktionen seien die Straßen gesperrt. Die Bevölkerung werde mit Schildern gewarnt.


Das Insektizid Dipel ES ist zwar den Anwendungsbestimmungen zufolge leicht ätzend, wird aber stark mit Wasser verdünnt, bevor es versprüht wird, sagte der Einsatzleiter für Bekämpfungsaktionen im Wald beim Landesbetrieb Forst Brandenburg, Michael Kopka. Bei den Bekämpfungsaktionen würden in jedem Jahr versehentlich Menschen getroffen. Ein Fall, bei dem es zu gesundheitlichen Schäden gekommen sei, sei aber nicht bekannt. „Normalerweise passiert nichts, es sei denn, jemand reagiert besonders allergisch“, sagte Kopka.

Thema soll im Umweltausschuss verhandelt werden

Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Benjamin Raschke, sieht den Einsatz von Dipel ES kritisch. „Dipel ES gilt zwar nicht als hochtoxisch, aber als reizend. Dass beim Versprühen des Pestizids durch Hubschrauber Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden, muss ausgeschlossen werden können“, sagte der Abgeordnete. Das Thema solle im Umweltausschuss verhandelt werden.