Brandenburg

Polizeiauto: Wenn Blaulicht und Martinshorn verrückt spielen

Erst im März hatte Brandenburg seine neuen interaktiven Streifenwagen präsentiert. Doch jetzt müssen sie erst einmal in die Werkstatt.

Blick in den Kofferraum eines neuen Funkstreifenwagens. Sie verfügen unter anderem über eine Netzwerkkamera, mit der Kontrollvorgänge dokumentiert und wiedergegeben werden können

Blick in den Kofferraum eines neuen Funkstreifenwagens. Sie verfügen unter anderem über eine Netzwerkkamera, mit der Kontrollvorgänge dokumentiert und wiedergegeben werden können

Foto: dpa/Bernd Settnik

Die Freude und der Stolz über die supermodernen neuen Streifenwagen währte nicht lange: Weil Martinshorn und Blaulicht immer wieder verrückt spielen, dürfen zahlreiche brandneue Polizeiautos in Brandenburg nicht Streife fahren. Es gehe um 28 neu übergebene interaktive Streifenwagen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Dienstag. Sie könnten derzeit aufgrund technischer Probleme nicht eingesetzt werden. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine“ berichtet.

Die Fahrzeuge waren erst im März in Dienst gestellt worden. Sie verfügen als „rollende Amtsstuben“ über Kameras, Navigationsgeräte und Bordcomputer zur mobilen Erfassung von Anzeigen. Der Hersteller Opel wurde aufgerufen, die Mängel zu beheben. Drei der Streifenwagen wurden zu diesem Zweck nach Rüsselsheim gefahren.

Auch Verbindung zum Einsatz- und Lagezentrum gestört

Der Zentraldienst der Polizei hat die Wagen nach eigenen Angaben umfänglichen Testreihen unterzogen. Nach Angaben der Zeitung ließ man über das Wochenende zwei der Autos mit eingeschalteten Systemen in einer lärmdichten Garage laufen. Laut Zentraldienst ist unter anderem die RTK-Anlage - im Volksmund Blaulicht und Martinshorn genannt - von Störungen betroffen, aber auch die Verbindung zum Einsatz- und Lagezentrum. Das Land Brandenburg verfügt insgesamt über mehr als 400 Funkstreifenwagen.

Ein Sprecher von Opel sagte, es handele sich um ein Pilotprojekt, für das das Land Brandenburg spezielle Technik gewünscht habe. Diese stamme nicht von Opel, sie sei von dem Autohersteller nur eingebaut worden. Das Unternehmen kümmere sich aber darum.