Wildtiere

Brandenburg will Biber notfalls durch Abschuss dezimieren

In der Mark gibt es etwa 3300 dieser Nager. Mancher meint, das seien zu viele. Vor allem im Oderbruch gibt es Klagen über Schäden.

Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese unweit von Lebus (Märkisch-Oderland) knabbert  ein Biber die Rinde von Weidenästen ab

Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese unweit von Lebus (Märkisch-Oderland) knabbert ein Biber die Rinde von Weidenästen ab

Foto: Patrick Pleul / dpa

Brandenburg will die Ausbreitung der unter Schutz stehenden Biber in bestimmten Landesregionen begrenzen - notfalls auch durch vermehrte Abschüsse. „Wir werden uns mit den Wasser- und Bodenverbänden verabreden, wo Biber nichts zu suchen haben“, sagte Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Dienstag auf dem ersten „Biberforum“ in Potsdam. Mit der von ihm vor einem Jahr erlassenen Biberverordnung sei ein Ausgleich zwischen den Interessen von Landwirten und Naturschützern weitestgehend gelungen.

In Brandenburg ist nur in begründeten Fällen der Abschuss erlaubt - wenn Gefahr für Menschen besteht und zeitlich begrenzt bis zum 15. März.

Die Probleme mit der überhandnehmenden Biber-Population, wie es sie derzeit im Landkreis Märkisch-Oderland gebe, würden bald auch in anderen Regionen Brandenburgs zu beobachten sein, zeigte sich der Minister überzeugt. Brandenburg könne die Tiere jedoch nicht anderen Bundesländern übergeben, da sie sich auch dort zum Problemtier entwickelt hätten. Sollten die Biberschäden überhand nehmen, müsse es zu vermehrten Abschüssen kommen.

In Märkisch-Oderland zehn Biber geschossen

Nach bisher vorliegenden Angaben wurden im Landkreis Märkisch-Oderland im Vorjahr nur zehn Biber geschossen. Dort wird die Population auf bis zu 1000 Tiere geschätzt. Die Hauptschäden entstehen an den Be- und Entwässerungssystemen im Oderbruch.

Wie die seit September 2015 amtierenden Landesbiberbeauftragte Udine Schubert sagte, gibt es in der Mark etwa 3300 dieser Nager. Ziel sei es, in den kommenden Monaten ein Netz aus ehrenamtlichen Helfern zu schaffen, um bei Konflikten nach Biberschäden vermitteln zu können. Vorbild sei ein bereits bestehendes Bibermanagement in Bayern.

Brandenburg will in diesem Jahr die Wasser- und Bodenverbände mit rund 400.000 Euro als Ausgleichszahlungen für den Mehraufwand bei der Beseitigung von Biberschäden unterstützen. Auch private Grundstückseigner sollen Hilfe vom Land erhalten, etwa für den Bau von Elektrozäunen.

Bauernbund will Freigabe der Biber zur Jagd

Der Brandenburger Bauernbund hat indes seine Forderung bekräftigt, die Biber zur Jagd freizugeben. Die Biberverordnung Vogelsängers habe sich als wirkungslos erwiesen. Nach Angaben des Verbands verursachen die Nager Millionenschäden. Sie zerstörten Bäume und setzten Felder, Wiesen und Keller unter Wasser, beklagt der Verband.