A10

Erster Spatenstich für Baustelle am Berliner Ring

Durch den Ausbau der A10 zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam müssen sich Autofahrer für Jahre auf Staus einstellen.

Erster Spatenstich: die brandenburgische Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), in Michendorf

Erster Spatenstich: die brandenburgische Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), in Michendorf

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Der dicht befahrene südliche Berliner Ring auf der Autobahn 10 wird von bislang sechs auf acht Spuren ausgebaut. Am Dienstag erfolgte der erste Spatenstich, damit begannen die Arbeiten auf dem 8,9 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam. Das Projekt kostet rund 150 Millionen Euro und soll 2020 abgeschlossen sein. Autofahrer müssen sich daher in den kommenden vier Jahren auf Staus auf der A10 einstellen.

Erforderlich ist die Erweiterung der Strecke – einer wichtigen Verbindung zwischen den Autobahnen A2 und A9 sowie der A115 – aufgrund der zunehmenden Verkehrsströme. Der betroffene Streckenabschnitt ist heute schon der meistbefahrene im Land Brandenburg. Im Jahr 2025 wird statt der derzeitigen 90.000 Fahrzeuge am Tag mit etwa 117.000 bis 126.000 gerechnet – davon sind etwa ein Viertel Lastwagen. Der südliche Berliner Ring ist Bestandteil des Paneuropäischen Verkehrskorridors von Deutschland bis nach Russland. Der Ausbau gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 11, das auch den Ausbau der A2 zwischen Hannover und Berlin beinhaltet. Die Kosten trägt allein der Bund.

Besonders wichtig sei bei dem Bauprojekt der Lärmschutz, betonte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD). Deshalb werden acht Meter hohe Lärmschutzwände gebaut und spezieller Asphalt, sogenannter Flüsterasphalt, verwendet. „Das allein kostet zehn Millionen Euro“, sagte Schneider. Außerdem entstehen nach Ministeriumsangaben an der Rastanlage Michendorf-Süd Stellplätze für 180 Personenwagen und 160 Lastwagen.

Bürgerinitiative wollte eigentlich eine höhere Lärmschutzwand durchsetzen

Die Bürgerinitiative „Lärmschutz Jetzt“ hatte sich für eine höhere Lärmschutzwand eingesetzt. Finanziert werden sollten die Mehrkosten durch eine Solaranlage, die gleichzeitig dort errichtet werden sollte. Das Brandenburger Infrastrukturministerium und der Landtag hatten das Projekt auch befürwortet, hieß es in der vergangenen Woche auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Trotz zweier Vergabeverfahren hatte sich aber kein Investor gefunden, daher wurde das Vorhaben im Herbst wieder fallengelassen. Andree Halpap von der Bürgerinitiative rügte hingegen, das Projekt sei an der Inkonsequenz und Mutlosigkeit der Landes- und Bundespolitik gescheitert

Der Autobahnabschnitt wird bei laufendem Verkehr erweitert. In allen Bauphasen sollen drei Fahrstreifen in jede Richtung frei bleiben. Wie stark die umfangreichen Bauarbeiten bis 2020 den Verkehr behindern werden, ist am ersten Tag der Arbeiten noch nicht absehbar. Das Tempolimit wird auf der Strecke auf 80 oder 60 Stundenkilometer heruntergesetzt, wie es in Baustellenbereichen auf Autobahnen üblich ist. Nothaltebuchten sind vorgesehen, die Anschlussstelle Michendorf sowie die Tank- und Rastanlage werden in Betrieb bleiben. Elektronisch gesteuerte Stauwarnanlagen sollen auf die jeweilige Verkehrssituation hinweisen.