Brandenburg

Kindsmord aus DDR-Zeit soll nach 40 Jahren geahndet werden

Eine 74-Jährige kommt vor Gericht, weil sie ihren Sohn getötet haben soll. Die Tat wäre nach DDR-Recht verjährt gewesen.

Das Landgericht Neuruppin (Brandenburg) rollt einen mehr als 40 Jahre alten Mordfall auf. Eine heute 74 Jahre alte Frau soll im November 1974 in Schwedt in der Uckermark ihren achtjährigen Sohn getötet haben. Dazu soll sie der Anklage zufolge Kohlenmonoxidgas benutzt haben.

Der ehemaligen DDR-Bürgerin wird vorgeworfen, ihr schlafendes Kind nachts in die Küche getragen und in der Nähe des Gasherds abgelegt zu haben. Danach soll sie das bewusstlose Kind zum Sterben in sein Bett gelegt haben. Am nächsten Morgen soll sie dann den Arzt geholt haben.

Das Verfahren geht auf eine anonyme Strafanzeige aus dem Jahr 2009 zurück, wie eine Sprecherin des Landgerichts am Freitag sagte. Der Mordprozess gegen die Beschuldigte soll am 27. April 2016 beginnen. Weitere drei Verhandlungstage sind vorgesehen.

Die angeklagte Tat wäre gemäß DDR-Recht eigentlich nach 25 Jahren, also im Jahr 1999, verjährt. Mit der Wiedervereinigung war allerdings in einem besonderen Paragrafen festgelegt worden, dass Morde aus der DDR-Zeit nicht mehr verjähren können.