Potsdam-Mittelmark

Zwei Kälber bei Beelitz gerissen - Wölfe unter Verdacht

Nach Angaben des Landesumweltamts kommen Wölfe als „Täter“ in Betracht. Dem geschädigten Landwirt steht eine Entschädigung zu.

In Brandenburg kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Attacken von Wölfen auf Nutzvieh

In Brandenburg kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Attacken von Wölfen auf Nutzvieh

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Nach dem Tod von zwei Kälbern bei Beelitz (Potsdam-Mittelmark) stehen Wölfe im Verdacht. Das Landesumweltamt bestätigte den Tod der Tiere. „Wir schließen einen Wolf als Urheber nicht aus“, sagte eine Mitarbeiterin der Behörde am Freitag. Zuvor hatten „Potsdamer Neueste Nachrichten“ (PNN) und „Märkische Allgemeine“ (MAZ) über die Attacken auf den Weiden eines Landwirts berichtet. Sie ereigneten sich bereits am 11. und 24. März.

Der Landwirt habe nun Anrecht auf eine Entschädigung, erläuterte das Landesumweltamt weiter. Allerdings könne nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass auch ein oder mehrere Hunde die Kälber gerissen haben könnten, so die Sprecherin.

Dem „PNN“-Bericht zufolge wandert derzeit ein Wolfsrudel vom benachbarten Truppenübungsplatz Lehnin/Brück über die Autobahn in Richtung der Weide. Am 22. März war ein Wolf überfahren worden, als er die Autobahn A9 zwischen den Abfahrten Beelitz und Beelitz-Heilstätten überqueren wollte.

Bei Erfurt überfahrener Wolf aus Brandenburg

Der Mitte März auf der Autobahn 71 bei Erfurt überfahrene Wolf stammte von einem Rudel aus Brandenburg. Das habe eine genetische Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ergeben, teilte die Landesanstalt für Umwelt und Geologie am Freitag in Jena mit. Demnach handle es sich um eine knapp einjährige Wölfin aus dem Rudel bei Görzke in Brandenburg unmittelbar an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Dies sei etwa 160 Kilometer von der Unfallstelle entfernt. Das Tier könnte diese Distanz problemlos an zwei Tagen zurückgelegt haben, hieß es.

Der Wolf war am 12. März vor ein Auto gelaufen und dabei getötet worden. Seine genaue Herkunft war zunächst unklar. Naturschützer bedauerten den Tod, weil sich das Tier hätte in Thüringen ansiedeln können. Im Freistaat ist bisher erst eine Wölfin nachgewiesen.