Tourismus

Magnet Potsdam

Die meisten Besucher verbuchte 2015 Schloss Sanssouci - vor dem Filmpark Babelsberg. Der wurde in die Top Ten der besten Studio-Touren gekürt.

Potsdam. Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam vermeldet für 2015 ein neues Rekordergebnis im Tourismus. „Die Zahl der Übernachtungen ist gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent auf über 1,1 Millionen gestiegen“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Montag. „Von Januar bis Dezember kamen 475.419 Gäste, das entspricht einem Zuwachs von 8,7 Prozent.“ Das Interesse an Potsdam habe „die kühnsten Erwartungen übertroffen“, betonte Jakobs. Das Ranking bei den beliebtesten Zielen führt 2015 das Schloss Sanssouci mit 349.938 Besuchern an, dicht gefolgt vom Filmpark Babelsberg mit 320.000 Besuchern. Auf Platz drei landete das Neue Palais mit 164.200 Gästen und Schloss Cecilienhof, das bei laufenden Bauarbeiten 161.284 Besucher zählte. Den Landtag im Stadtschloss besichtigten 141.319 Interessierte.

Neue Attraktion 2017: das Kunstmuseum Barberini

Anlässlich der bevorstehenden Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin kündigte Jakobs als neue Attraktion die für 23. Januar 2017 geplante Eröffnung des Kunstmuseums Barberini an. Titel der Eröffnungsausstellung: „Impressionisten. Die Kunst der Landschaft“. Gezeigt werden Werke von Monet, Renoir, Nolde, Liebermann und Munch. Der Software-Milliardär und Wahl-Potsdamer Hasso Plattner lässt das Gebäude derzeit nach historischem Vorbild des Palastes Barberini neben dem Landtagsschloss bauen. Die Bilder der ersten Ausstellung werden aus Leihgaben internationaler Museen und Privatsammlungen stammen, aber auch aus Plattners eigener Sammlung.

Die historische Mitte hat sich seit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses am Alten Markt zum neuen Anziehungspunkt entwickelt. „Das teilweise nach historischem Vorbild wiedererstandene Areal ist ein Besuchermagnet mit vielen Highlights auf engem Raum“, sagte Oberbürgermeister Jakobs, „dort sind nicht nur Landtag und Nikolaikirche, zu finden ist das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte im Alten Rathaus.“ Die Nachbarn im Umfeld, wie das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, das neue Kreativhaus Rechenzentrum und das Filmmuseum rundeten das vielfältige Angebot ab.

Das erst jüngst renovierte Filmmuseum an der Breiten Straße zählte im vergangenen Jahr rund 70.000 Besucher, wie Leiterin Ursula von Keitz am Montag bekannt gab. Bis 4. Dezember wird im Museum anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Medienstandortes Babelsberg die Ausstellung „Alles nur Kulisse?! – Filmräume aus der Traumfabrik Babelsberg“ gezeigt. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr offen. Einlass ist bis 17.30 Uhr.

Das ganze Jahr steht im Zeichen des Films. Laut Raimund Jennert, Geschäftsführer des Potsdam Marketing PMSG, wird einer der Veranstaltungshöhepunkte die Aufführung des Stummfilmklassikers Metropolis am Unesco-Tag, 5. Juni, um 20 Uhr, im Innenhof des Landtags sein – live begleitet vom Filmorchester Babelsberg. Der Vorverkauf startet im April. Der Filmpark Babelsberg hat vom 23. März an, rechtzeitig zu den Osterferien, wieder geöffnet. Dort finden die Besucher alles, was zum Film gehört, in Szene gesetzt: Kulissen, Requisiten, Kostüme und technisches Equipment von gestern und heute. Kunstmaler, Kostüm- und Maskenbildner geben einen Einblick in ihre Arbeit. Mit welchen Tricks die Film- und Fernsehprofis arbeiten, erfährt der Gast in den Kulissen, wie bei einer Führung in das Original-Außenset der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ). Außerdem wird es wieder Stuntmanshows im Vulkan geben. „Wir hatten rund 320.000 Besucher im vergangenen Jahr“, sagte Filmpark-Manager Matthias Voß. Die dazugehörige Caligari-Halle sei erfolgreich gebucht.

Der Filmpark ist unter den zehn besten Studiotouren

Laut Voß hat die britische Tageszeitung „Guardian“ den Filmpark Babelsberg jüngst unter die Top Ten der Filmstudiotouren weltweit gekürt. Babelsberg wird in einer Reihe mit Warner Bros und Paramount erwähnt. „Von Pyrotechnik bis Set-Design, jeder Aspekt der Filmproduktion wird an diesem arbeitenden Studio vor den Toren Berlins präsentiert“, heißt es übersetzt in der Begründung.

Der Potsdam-Besucher bleibt durchschnittlich 2,3 Tage. Das will Oberbürgermeister Jakobs noch steigern. Er kündigte ein überarbeitetes Tourismuskonzept an. Ende des Jahres sollen die Stadtverordneten darüber beraten.