Havelland

Brennendes Flüchtlingsheim in Nauen: NPD-Mann unter Verdacht

Ein NPD-Funktionär soll an dem Brandanschlag beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Verdächtige.

Rund 100 Flüchten sollten in der Halle unterkommen

Rund 100 Flüchten sollten in der Halle unterkommen

Foto: Julian Stähle / dpa

Die geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen brannte völlig aus, jetzt steht ein NPD-Funktionär unter Verdacht: Der Mann soll an dem Brandanschlag auf die Sporthalle Ende August beteiligt gewesen sein. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Potsdam mit.

Der NPD-Stadtverordnete Maik Schneider aus Nauen soll zu einer Gruppe von etwa einem halben Dutzend Verdächtigen gehören. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Es geht um mehrere Straftaten.

In der Sporthalle eines Oberstufenzentrums sollten 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen. Kurz bevor die ersten einziehen konnten, ging die geplante Notunterkunft in Flammen auf.

Protest gegen Rechtsextreme

Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Es war aber schnell klar, dass es sich um einen Brandanschlag handelt. Auch ein rechtsextremistischer Hintergrund wurde gleich vermutet.

Zuvor hatte es Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Flüchtlingen gegeben. Auch eine Stadtverordnetenversammlung zu dem Thema war von rechtsextremen Demonstranten gestört worden. Gegen die Rechtsextremen hatten sich allerdings auch zahlreiche Bürger gewandt und immer wieder Gegendemonstrationen organisiert.

Am Freitag luden Unbekannte vor der Bundesgeschäftsstelle der AfD in Berlin verkohlten Müll ab. Auf einem neben dem Müll vor der Tür abgelegten Zettel stand, "August 2015: Brandanschlag in Nauen - Wir bringen die Überreste der AfD zurück". Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland profiliert sich in ihren Landtagswahlkämpfen vor allem mit massiver Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.