Nauen

Nach Anschlag: Komplize von NPD-Mann Schneider geflüchtet

Die Polizei sucht den 28-Jährigen mit Haftbefehl. Er soll mit dem NPD-Politiker Maik Schneider einen Brandanschlag verübt haben.

Nach der Festnahme des NPD-Politikers Maik Schneider wegen eines fremdenfeindlichen Brandanschlags ist sein mutmaßlicher Komplize weiter auf der Flucht. Die Polizei suche den 28-Jährigen mit Haftbefehl, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch. Eine 22-jährige Frau, die zusammen mit Schneider am Dienstag in Nauen (Havelland) festgenommen worden war, ist inzwischen gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß. Schneider dagegen wurde einem Haftrichter vorgeführt und sitzt in Untersuchungshaft.

Die drei Beschuldigten sollen im Mai 2015 aus fremdenfeindlichen Motiven den Wagen eines Polen angezündet haben. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt vor einem Wohnhaus in Nauen abgestellt.

Der 29-jährige Maik Schneider sitzt für die NPD in der Stadtverordnetenversammlung von Nauen und seit dem vergangenen Jahr auch als Nachrücker im Kreistag Havelland. Nach Einschätzung von Beobachtern ist er eine Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene im Havelland und auch mit den gewaltbereiten „Freien Kräften Neuruppin/Osthavelland“ vernetzt. Im Februar vergangenen Jahres war er auch an Tumulten von Bürgern bei einer Stadtverordnetenversammlung beteiligt, auf der über einen Grundstücksverkauf zum Bau eines Flüchtlingsheims entschieden wurde.