Zu lange Asylverfahren

Flüchtlinge beenden Hungerstreik in Schwedter Notunterkunft

Mehr als 150 Flüchtlinge hatten sich zwischenzeitlich an dem Hungerstreik beteiligt. Einer der Gründe waren die beengten Verhältnisse.

Turnhalle als  Notunterkunft: Wie hier  in Rottenburg haben Flüchtlinge kaum Privatsphäre

Turnhalle als Notunterkunft: Wie hier in Rottenburg haben Flüchtlinge kaum Privatsphäre

Foto: Wolfram Kastl / dpa

Die Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Schwedt/Oder (Uckermark) haben ihren Hungerstreik beendet. „Die Leute haben sich auf das Essen gestürzt“, sagte der Integrationsbeauftragte des Landkreises, Mazierullah Qaderi, der am Dienstagnachmittag mit den Menschen sprach.

„Sie waren froh, dass sich jemand ihren Fragen gestellt hat.“ Mehr als die Hälfte der rund 150 Bewohner der Turnhalle hatte sich zwischenzeitlich an der am Montag begonnenen Aktion beteiligt. Grund war ihre Unzufriedenheit mit der engen Situation in der Unterkunft und der Qualität des Essens, das ein Caterer liefert, erzählte Qaderi.

Auch die Dauer ihrer Asylverfahren soll zu ihrem Unmut beigetragen haben. Der Mangel an Ruhe und Privatsphäre schüre Konflikte, hieß es.

„Wir mussten die Notunterkunft im Dezember einrichten, weil wir nicht so schnell Gemeinschaftsunterkünfte bereitstellen konnten, wie uns Flüchtlinge zugewiesen wurden“, sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung, Ramona Fischer. In den nächsten Wochen würden jedoch weitere Unterkünfte eingerichtet. „So hoffen wir, die Situation bald verbessern zu können.“

Innerhalb eines Jahres hat der Landkreis nach eigenen Angaben etwa 1500 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen. Damit lebten aktuell insgesamt 1745 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen in den Städten und Dörfern des Landkreises.