Stahnsdorf

Tote Ratte im Stiefel - Ekel-Alarm bei der Feuerwehr

Er wollte sich nur schnell für einen Einsatz anziehen. Da bemerkte ein Stahnsdorfer Feuerwehrmann etwas Weiches in seinem Stiefel.

Eine tote Ratte lag in einem Stiefel eines Kameraden der Ortswehr in Stahnsdorf

Eine tote Ratte lag in einem Stiefel eines Kameraden der Ortswehr in Stahnsdorf

Foto: Feuerwehr Stahnsdorf/Screenshot Facebook

Die Ortswehr der Gemeinde Stahnsdorf klagt schon seit mehreren Jahren über ihren maroden Standort. Eine Ratten- und Mäuseplage beschäftigt die ehrenamtlichen Helfer. Die Tiere haben bereits die Uniformen angeknabbert und mehrere Tausend Euro Schaden angerichtet, sagte Gemeindewehrführer Sebastian Diwiszek der Morgenpost. Der Einsatz von Fallen, die ein Kammerjäger aufgestellt hatte, brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Am Mittwochabend hat nun ein 24-Jähriger Feuerwehrmann eine gruselige Begegnung mit einer Ratte gehabt. Er wollte sich gegen 21 Uhr für einen Einsatz anziehen und spürte etwas Weiches in seinem Stiefel. Zuerst dachte er, es sei eine Socke, schildert Ronny Hübner von der Bürgerinitiative "Feuerwehr OW Stahnsdorf an die Annastraße. Er war am Abend dabei und hat den Vorfall beobachtet. Dann griff der Kollege beherzt mit der bloßen Hand in den Stiefel - und zog eine tote Ratte heraus.

Wie kam das Tier in die Halle? Und erst recht in den Stiefel? Die Ortswehr Stahnsdorf ist in einer denkmalgeschützten, früheren Scheune aus dem Jahr 1897 untergebracht. Sie ist inzwischen viel zu klein für die neuen Fahrzeuge. Die Tore dürfen wegen des Denkmalschutzes nicht vergrößert werden. Daher musste man die Fahrspuren ausstemmen, als die alten DDR-Fahrzeuge gegen neue ausgetauscht wurden. Auch die Drehleiter passt nicht mehr in die Halle, berichtet Gemeindevertreterin Britta Engelmann-Hübner. "Am Tor hängen jetzt nur provisorisch Gummilappen herunter", erzählt Diwiszek. "Da passt ein ganzes Schaf durch."

Kein Wunder also, dass die Stahnsdorfer Feuerwehr von einer Mäuse- und Rattenplage heimgesucht wird. Den Helfern reichte es jedenfalls endgültig. Sie fotografierten die tote Ratte und posteten sie bei Facebook - verbunden mit dem Aufruf an die örtliche Politik, endlich die Feuerwehrwache zu sanieren.

Denn bereits seit fünf Jahren wird in Stahnsdorf über einen neuen Standort für die Wache diskutiert. "Doch einige Politiker verhindern dies", sagt Diwiszek. Infrage käme eine zentrale Fläche im Ort. Doch die Mehrheit der Gemeindevertreter plädiert für einen neuen Standort im Gewerbegebiet am Ortsrand. Die Feuerwehr hält das nicht für zumutbar. "Unsere Anfahrzeiten würden sich verdoppeln und verdreifachen", erläutert Diwiszek. "Ich möchte das nicht verantworten."

Der Stahnsdorfer Bürgermeister, Bernd Albers (Wählergruppe Bürger für Bürger), appelliert nun an die Gemeindevertreter: "Wir müssen jetzt Nägel mit Köpfen machen und das neue Depot bauen." Er sieht keine Alternative zu dem Standort neben dem Rathaus. Es gebe sogar schon einen Bebauungsplan. Doch um das Baurecht auf dem Grundstück der Gemeinde zu schaffen, fehlte die Zustimmung der CDU- und SPD-Fraktion.

Und so lange leben die Feuerwehrmänner zunächst noch mit den Ratten. Wahrscheinlich werden sie aber künftig ihre Stiefel ausschütteln, bevor sie sie anziehen.