Einsatz

GSG 9 nimmt Schleuser in Strausberg fest

Bundespolizei und GSG 9 haben in Strausberg einen Schleuser festgenommen. Er soll für den Tod mehrerer Flüchtlinge verantwortlich sein.

Mitglieder der neuen Einheit "BFE+" der Bundespolizei am 16. Dezember 2015 bei der offiziellen Indienststellung

Mitglieder der neuen Einheit "BFE+" der Bundespolizei am 16. Dezember 2015 bei der offiziellen Indienststellung

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Strausberg. Ermittler der Bundespolizei haben am Dienstagmorgen in Strausberg einen Schleuser festgenommen und einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) vollstreckt. Dem 37-jährigen wird vorgeworfen, für den Tod mehrerer Flüchtlinge verantwortlich zu sein. Bei dem Einsatz waren auch Angehörige der GSG 9 der Bundespolizei und der neu aufgestellten Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit BFE+ dabei, weil es Hinweise gegeben habe, dass der Mann bewaffnet sein könnte, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.,

Dem 37-jährigen Mann wird vorgeworfen, bei einer Schleusung im April 2015 für den Tod mehrerer Personen verantwortlich gewesen zu sein. Bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland kamen fünf Personen ums Leben, als das Boot kenterte. Dem Syrer wird vorgeworfen, das mit zehn Landsleuten völlig überfüllte Boot trotz widriger Wetterbedingungen auf die gefährliche Überfahrt geschickt zu haben. Er wird derzeit einem Richter vorgeführt.

Computer, Handys und Datenträger sichergestellt

Die Ermittlungen erfolgen im Auftrag der Schwerpunktabteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und werden durch die Bundespolizei seit September 2015 geführt. Durch umfangreiche Ermittlungen im Umfeld der Überlebenden und Hinterbliebenen konnte der Tatverdacht gegen den 37-jährigen Syrer erhärtet werden.

Bei der Durchsuchung in Strausberg stellten die Ermittler diverse Datenträger, Computer, Laptops, Mobiltelefone sowie verschiedene verfahrensrelevante Unterlagen sicher. Nun gilt es, die Beweismittel auszuwerten. An den Einsatzmaßnahmen waren 52 Bundespolizisten beteiligt.

Mann lebte seit August als Asylbewerber in Strausberg

Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei lebte der Familienvater seit August dieses Jahres in Strausberg und hatte den Status eines Asylbewerbers.

Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dieter Romann, sagte zur Festnahme: "All dies zeigt erneut die menschenverachtende Dimension des Schleuserunwesens. Hier geht es nicht um Fluchthilfe, sondern ums Kasse machen.“

In Brandenburg werden immer weniger Schleuser gefasst. Von Januar bis November 2015 wurden nach Angaben des Potsdamer Justizministeriums von den märkische Staatsanwaltschaften 76 Fälle registriert. 2013 waren es dagegen noch 343 Fälle, ein Jahr später 110. Zugleich erfolgt immer seltener eine Bestrafung der Schleuser: Wurden 2013 noch 156 Urteile gegen sie gesprochen, waren es 2014 nur noch 19. In diesem Jahr waren es nur 14.