Schlaatz

Gedenkfeier für ermordeten Elias - Potsdam nimmt Abschied

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Gudrun Mallwitz

Im Potsdamer Ortsteil Schlaatz haben sich am Abend Hunderte Menschen getroffen, um Abschied vom kleinen Elias zu nehmen.

Hunderte sind gekommen, um Elias zu gedenken. Sie zünden am Dienstagabend Kerzen für den getöteten Sechsjährigen an, beten für ihn, schweigen für ihn. Hier, vor dem Bürgerhaus im Potsdamer Plattenbaugebiet Am Schlaatz hatten die freiwilligen Helfer den Sommer über ihre Einsatzzentrale aufgebaut, von hier zogen nach seinem Verschwinden am 8. Juli Tag für Tag die Suchtrupps los. Es war ein Ort der Hoffnung, jetzt ist es ein Ort der Trauer.

„Wir haben zusammen gesucht, jetzt trauern wir zusammen“, sagt Gabi Franz, die den beispiellosen Helfereinsatz maßgeblich koordiniert hat. „Das hilft, es gibt nichts Schlimmeres, als in der Trauer allein zu sein.“ Sie umarmt eine Freundin, die neben ihr weint.

Es wird eine stille, eine würdige Feier. Für Elias aus Potsdam, aber auch für den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin. Beide Kinder waren vom gleichen Mann umgebracht worden. „Wir zünden eine Kerze auch für das Mädchen an, für das wir noch Hoffnung haben, für Inga“, sagt einer der beiden Geistlichen. Ein kleiner Junge dreht sich in diesem Moment zu seiner Mutter um und fragt verwundert: „Ist die denn auch weg?“ Es ist schwer, das alles zu verstehen. „Unser Mitgefühl gilt in erster Linie den Angehörigen, der Familie, der Mutter“, versichert Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Wir stehen hier bestürzt und fassungslos über die Grausamkeit dieser Taten.“

Am vergangenen Donnerstag hatte ein 32-Jähriger aus Südbrandenburg die Tötung des Kindes gestanden. Der Wachmann ist auch der mutmaßliche Mörder des Berliner Flüchtlingsjungen Mohamed.

Keine weiteren Taten eingeräumt

Nach Angaben seiner Anwälte hat er bisher keine weiteren Taten eingeräumt. „Er hat gesagt: Es gibt keine weiteren Opfer“, sagte sein Anwalt Mathias Noll aus Potsdam.

Der Beschuldigte aus Niedergörsdorf (Teltow-Fläming) sitzt derzeit in Berlin in Untersuchungshaft. Vergangene Woche konnten die Anwälte das bislang einzige Mal mit ihm sprechen. Die beiden Anwälte, die ihn vertreten, warten auf Akteneinsicht. „Wir rechnen schnellstmöglich damit“, sagte Noll. Dann werde über das weitere Vorgehen beraten.

Nach Angaben der Berliner Justizverwaltung war der Mann am Sonntag in der Justizvollzugsanstalt Moabit während einer Freistunde von einem Mithäftling attackiert worden. Dabei sei er leicht verletzt worden.

Wann der mutmaßliche Doppelmörder in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt wird, ist noch unklar. Dies solle „zeitnah“ geschehen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Potsdam. Einen Termin nannte die Behörde nicht. Neue Details zu den Ermittlungen gab es nicht. Wann die Obduktion von Elias abgeschlossen sein wird, ist noch offen.

Die Brandenburger Staatsanwaltschaft hatte am Montag die Ermittlungen in den beiden Mordfällen von der Berliner Behörde übernommen, weil beide Jungen in Brandenburg getötet wurden.

Kondolenzbücher für die ermordeten Kinder

Im Rathaus von Luckenwalde (Teltow-Fläming) liegen seit Dienstag Kondolenzbücher für die ermordeten Kinder aus. Seit dem Morgen kommen Bürger, um ihre Anteilnahme zu zeigen, wie Pressesprecherin Sonja Dirauf mitteilte. Elias' mutmaßlicher Mörder hatte die Leiche des Jungen in einer Kleingartenkolonie in Luckenwalde vergraben.

Auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin haben sich inzwischen rund 80 Menschen in das am vergangenen Freitag ausgelegte Kondolenzbuch eingeschrieben. Dort war der vierjährige Mohamed aus Bosnien am 1. Oktober entführt worden. mit dpa