Potsdam

Entführter Junge ist wieder bei seiner Mutter

Ein Vater hatte seinen Sohn nach Polen entführt. Die Polizei befürchtete einen erweiterten Suizid. Jetzt ist der Dreijährige wieder da.

Potsdam.  Im Fall eines nach Polen entführten Dreijährigen aus Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) hatte die Polizei mit dem Schlimmsten gerechnet. „Wir dachten zwischenzeitlich, dass der Junge gar nicht mehr am Leben ist“, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Montag bei einer Pressekonferenz. Es habe Hinweise auf einen erweiterten Suizid gegeben, hieß es.

Das Kind war Anfang Oktober mit Zustimmung der Mutter mit seinem 37 Jahre alten Vater auf einem Ausflug gewesen, aber dann nicht zurückgekehrt. Der ehemalige Bundeswehrsoldat habe irrationale Forderungen gestellt und angekündigt, dass seine ehemalige Partnerin den gemeinsamen Sohn nie wieder sehen werde. Ermittlungen ergaben, dass der frühere Bundeswehroffizier kurz zuvor seine Arbeitsstelle gekündigt und weitere Verbindungen abgebrochen hatte. Die Polizei musste von einer Gefahr für den Mann und das Kind ausgehen und bewertete die Lage als Entführung.

Inzwischen ist der Junge wieder bei seiner Mutter. Mit den polnischen Behörden konnte die Polizei den Aufenthaltsort des Vaters im Nachbarland ermitteln. Polnische Einsatzkräfte hätten den Mann und den Jungen am vorigen Sonnabend in Gewahrsam genommen, so das Polizeipräsidium am Montag. Der 37-Jährige sitzt in Polen in Untersuchungshaft und soll nach Deutschland ausgeliefert werden.