Nikolaus

"Zwarte Piet": Potsdam will keinen„Schwarzen Peter“ mehr

Der "Zwarte Piet" ist im Holländischen Viertel nicht mehr erwünscht - ein Auftrittsverbot gibt es aber nicht.

Ein Mann wird in Holland als „Zwarte Piet“ geschminkt

Ein Mann wird in Holland als „Zwarte Piet“ geschminkt

Foto: Jerry Lampen / dpa

Rassismus oder holländische Tradition? In Potsdam steht der jährliche Auftritt des Sinterklaas (Nikolaus) und seines Helfers, dem „Zwarte Piet“ (Schwarzer Peter) auf der Kippe. Die Stadt will den Auftritt auf dem Sinterklaas-Fest am zweiten Dezember-Wochenende nicht bezahlen. Die Darstellung mit geschwärzten Gesichtern sei diskriminierend, hieß es am Mittwoch. Der Ausrichter des Fests, der Förderverein zur Pflege niederländerischer Kultur, hält dagegen an der traditionellen Darstellung fest, schreiben die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.

Wenn der Verein das Fest ohne den städtischen Zuschuss bewerkstelligen könne, verbiete die Stadt die Auftritte jedoch nicht, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz der „Märkischen Allgemeinen“. Unklar blieb zunächst, ob der Verein nun selbst zahlt.

Die Figur des Piet ist auch in den Niederlanden höchst umstritten. Das Outfit des Knechts mit buntem Gewand und Halskrause erinnert viele Kritiker an die dunkle Sklaverei-Vergangenheit. Immer wieder gab es Proteste und Rassismusvorwürfe, das höchste Verwaltungsgericht in Den Haag ist eingeschaltet. Auch Potsdamer Wissenschaftler kritisierten nun die Darstellung.

Diskussionen gab es zuletzt auch um die Verwendung des Wortes „Neger“ in Kinderbüchern wie „Pippi Langstrumpf“ oder „Jim Knopf“. Auch die „Thomas Neger Metallsystem und -bedachungen GmbH“ in Mainz lösten Proteststürme aus - deren Logo zeigen ein gezeichnetes dunkles Männchen mit wulstigen Lippen und großen Ringen in den Ohren.