Brandenburg

Bundesgartenschau endet mit zehn Millionen Euro Defizit

Die Bundesgartenschau in der Havelregion haben deutlich weniger Gäste besucht als geplant. Es fehlten 500.000 Gäste.

Das Buga-Maskottchen Wilma Wels winkt zum Abschied der Bundesgartenschau 2015

Das Buga-Maskottchen Wilma Wels winkt zum Abschied der Bundesgartenschau 2015

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Havelberg.  Die Bundesgartenschau der Havelregion endet mit deutlich weniger Gästen als geplant und einem Millionendefizit. In den vergangenen 177 Tagen hatte die Schau etwas mehr als 1,05 Million Besucher, wie die Veranstalter am Sonntag in Havelberg mitteilten. Damit blieb sie deutlich unter der erwarteten Marke von 1,5 Millionen Gästen. Dadurch ist nach Angaben der Veranstalter ein Defizit von rund zehn Millionen Euro entstanden. Die Buga wurde erstmals nicht an einem, sondern an fünf Orten entlang der Havel veranstaltet – neben Havelberg gehörten dazu Brandenburg/Havel, Premnitz, Rathenow und Stölln. Diese Orte hatten rund 35 Millionen Euro investiert.

Das Ausstellungsgelände in den fünf bis zu 80 Kilometer auseinander liegenden Standorten war insgesamt 53 Hektar groß. Gepflanzt wurden mehr als 8000 Bäume und Gehölze, fast 319.000 Stauden, Gräser und Sträucher sowie mehr als 1,8 Millionen Frühblüher. Zweimal musste der Park in Rathenow geschlossen werden. Ursachen waren Unwetter am 13. Juni und 15. August.

Der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner, verteidigte das Buga-Konzept mit mehreren Standorten. „Da ist überhaupt kein bitterer Beigeschmack oder schlechte Laune. Es war ein Stückchen Neuland.“ Bei den Gästen sei dies sehr gut angekommen und für die kommenden Jahre gebe es Interessenten für ähnliche Konzepte.

Sandner betonte, man müsse sich aber auch auf veränderte Sehgewohnheiten der Besucher einstellen. Die nächste große Schau für Blumen- und Pflanzenfans in der Region sei die Internationale Gartenausstellung 2017 (13. April bis 15. Oktober) in Berlin. Es werde eine moderne Gartenschau mit internationalen Beiträgen. Die Macher der Bundesgartenschau in der Havelregion zeigten sich trotz der Besucherzahl und des Defizits zufrieden. Die Region sei bekannter geworden und zusammengewachsen, sagte die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel und Vorsitzende des Buga-Zweckverbandes, Dietlind Tiemann (CDU). Es seien mindestens 100 Millionen Euro an Investitionen in die Region geflossen – das habe dauerhaft Auswirkungen. Viele Menschen seien erstmals in die Region gekommen. Die Unterkünfte seien ausgebucht gewesen, mehr Werbung habe man nicht machen können, so Tiemann.

Mehrere Stadtchefs betonten, die Mehrkosten seien nicht einfach zu stemmen. Der Havelberger Bürgermeister Bernd Poloski steht jedoch zu der Entscheidung für die Buga: „Wenn wir heute wieder vor der Wahl stünden und jemand sagen würde, es kommen aber noch mal 650.000 Euro für die Stadt Havelberg dazu – wir würden sicherlich genauso wieder entscheiden.“