Kommentar

Die Blumen bei der Buga sind bald verblüht

Die Schlappe bei der Bundesgartenschau war vorherzusehen, meint Gudrun Mallwitz. Immerhin: Investitionen wie neue Radwege bleiben.

Die Idee war reizvoll: Vier brandenburgische Städte und Gemeinden veranstalten zusammen mit Havelberg in Sachsen-Anhalt eine Bundesgartenschau. Eine ganz und gar andere Buga. Ein ungewöhnliches Landschaftserlebnis entlang der Havel, das sich über 80 Kilometer erstreckt. Die regionalen Akteure setzten sich mit diesem mutigen Konzept gegen den Buga-Mitbewerber Karlsruhe durch.

Schon damals aber gab es Bedenken – und das zu Recht. Viele in der damaligen rot-schwarzen Landesregierung warnten die Veranstalter vor einem möglichen finanziellen Fiasko. Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel, Dietlind Tiemann und ihre Mitstreiter schienen jedoch überzeugt davon, dass das Experiment gelingen kann. Sie setzten auf Risiko.

Knapp drei Wochen vor Ende der Bundesgartenschau zeichnet sich nun ein Defizit von rund zehn Millionen Euro ab. Mindestens 1,5 Millionen Besucher waren erwartet worden, doch die Buga lockte weit weniger Interessierte. Für die fehlenden Einnahmen müssen nun die beteiligten Kommunen aufkommen. Die Steuerzahler also.

Der Buga machten die teilweise ex­trem hohen Sommertemperaturen und Unwetter einen Strich durch die Rechnung. Auf dem Gelände in Rathenow wurde ein Mann von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Wochen später musste das Gelände wegen erneuter Unwetterschäden tagelang geschlossen bleiben. Die Internationale Gartenschau 2013 in Hamburg verursachte rund 37 Millionen Euro Miese. Auch die Hamburger sahen damals die Hauptursache für den Blumenschau-Flop beim schlechten Wetter. Bei der Buga 2015 kam der Bahnstreik hinzu.

Die enttäuschende Bilanz lässt aber schon jetzt den Schluss zu, dass das Konzept schlichtweg nicht funktioniert hat. Blumenfreunde hätten für weniger Geld vermutlich lieber nur einen Tag Buga eingeplant, mit einem größeren Angebot an nur einem Ort. Einziger Trost: Die rund 76 Millionen Euro, die das Land Brandenburg begleitend in die Region pumpte, wurden zumindest in bleibende Verbesserungen wie Radwege investiert. Nicht in Blumen, die bald verblüht sein werden.